• vom 02.03.2016, 15:55 Uhr

Bühne

Update: 08.03.2016, 10:29 Uhr

Theaterkritik

Zwei Selbstmördern und einem Stück geht die Luft aus




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Von Heiner Boberski


    Zwei Hotelzimmer in Amsterdam. Im einen schreibt Arthur, Nichtraucher, aber dennoch an Lungenkrebs erkrankt, bei Musik aus "La Traviata" einen Abschiedsbrief an seine Familie, denn am folgenden Tag will er in einer Sterbeklinik aus dem Leben scheiden.

    Im anderen bereitet die junge Witwe Claire, die Mann und Kind bei einem von ihr verursachten Unfall verloren hat, ihren Suizid vor - bei Klängen von Jim Morrison. Zu allzu lauten Klängen. Denn Arthur fühlt sich gestört, regt sich bei der Zimmernachbarin auf. Die beiden Lebensmüden kommen ins Gespräch, und alles geht anders weiter, als es geplant war.


    In "Arthur & Claire", soeben an der Freien Bühne Wieden uraufgeführt, versucht der Vorarlberger Autor Stefan Vögel das Kunststück, aus zwei tragischen Geschichten eine Komödie zu fertigen. Das gelingt im ersten Teil ganz gut. Die Dialoge haben hintergründigen, oft auch makaber-grotesken Humor, etwa wenn davon die Rede ist, dass einem das Sterben nicht davonrennt. Aber nach der Pause geht dem Stück und der soliden Inszenierung von Helmuth Fischl, trotz einprägsamer Musikbrücken, zunehmend die Luft aus.

    Die Hauptdarsteller sind die Pluspunkte des Abends, auch wenn vielleicht nicht alle Reinhard Hauser (Arthur) den Sportlehrer abnehmen, dessen amouröse Abenteuer seine Familie zerstört haben. Michaela Ehrenstein (Claire) kann die Stimmungsschwankungen weitgehend glaubhaft machen. Ob Menschen, die in ihrer Umgebung Selbstmorde erlebt haben, den ganzen Abend lustig finden, ist indes eine andere Frage.

    theater

    Arthur & Claire

    Freie Bühne Wieden

    Wh.: bis 12. März




    Schlagwörter

    Theaterkritik

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-03-02 15:59:07
    Letzte nderung am 2016-03-08 10:29:03



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    CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

    Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

    Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

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