• vom 22.09.2016, 15:41 Uhr

Bühne

Update: 22.09.2016, 15:49 Uhr

Opernkritik

Erhabener Fels in stürmischer Brandung




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Von Judith Belfkih


    Seine Rollen für die Opernbühne wählt er mit Bedacht. Sein Repertoire erweitert er behutsam. An der Wiener Staatsoper hat sich Matthias Goerne, der sich in erster Linie einen Namen als außergewöhnlicher Lied-Interpret gemacht hat, nun mit einer neuen Partie vorgestellt. Als prophetischer Jochanaan erwies sich der deutsche Bassbariton als sonor geerdeter Fels in der musikalischen Brandung der oft schroffen Wogen von Richard Strauss "Salome". Mit all den dunklen Farbfacetten seiner Stimme und der stets von einem Haus Melancholie umwehten Ruhe, mit der er sie führt, unterstrich er die würdevolle Erhabenheit dieser Partie. Als ebensolcher Glücksfall erwies sich Erika Sunnegårdh als eine Salome mit klarer, kraftvoller und eleganter Hohe und einer lebendigen und präzisen Rollengestaltung - gesanglich und darstellerisch. In den tiefen Lagen trägt ihr Sopran nicht ganz so wie in den strahlenden Spitzen, doch auch ihr Wiener Rollendebüt wurde zum Erfolg. Gerhard A. Siegel sang einen präsenten Herodes, Jane Henschel eine pointierte Herodias.

    Alain Altinoglu formte mit den sehr spielfreudigen Musikern des präzisen Staatsopernorchesters einen forschen, gleißenden und aufbrausenden Orchesterklang. Auch wenn er die Balance mit seiner dringlichen Lesart dabei nicht aus den Augen verlor, deckte er die Sänger damit mitunter zu. Die unaufgeregt klassische Inszenierung des Einakters von Boleslaw Barlog zeichnet sich vor allem durch die überbordenden Jugendstil-Ornamente aus. Ein durchaus stimmiger Abend.

    Information

    Oper

    Salome
    Von Richard Strauss
    Wiener Staatsoper





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
    Dokument erstellt am 2016-09-22 15:44:02
    Letzte nderung am 2016-09-22 15:49:47



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