• vom 17.10.2016, 16:46 Uhr

Bühne

Update: 17.10.2016, 16:57 Uhr

Opernkritik

Ein toller Tag mit etwas Komödie und vielen Debüts




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Von Daniel Wagner


    Ein toller Tag? Bisweilen. Denn die 34. Staatsopern-Aufführung der Beaumarchais-da Ponte-Mozart-Perle in Jean-Louis Martinotys Schachtelbildern bot manch neue Stimmen. Vor allen überzeugte in dieser "Nozze di figaro" Peter Mattei erstmals als Almaviva: Sein Graf punktete in Klanggewalt ebenso wie mit dem herrlich präsenten Spiel des Mozart-Kenners. Emotioneller Höhepunkt des Abends wurde zweifelsfrei das "Crudel"-Duett mit Susanna im dritten Akt.

    Apropos Susanna: Produktionserfahren und wesentlich optimaler als zu Beginn ihres Einsatzes in dieser Produktion konnte auch Valentina Nafornită in der Rolle der frechen, emanzipierten Frau mit solider Stimmführung punkten. Im Gegensatz zu Neuzugang Mario Cassi, dessen wohlklingender Bariton in der Rolle des findigen Barbiers von Sevilla kaum zu tragen kam. Vielfach ging die Stimme im Staatsopernvolumen unter, öfters erging er sich in einem unverständlichen Parlando-Stil.

    Information

    Oper

    Le nozze di Figaro
    Von Wolfgang Amadeus Mozart
    Wiener Staatsoper

    Beinahe schwer dramatisch überzeugte Dorothea Röschmanns Gräfin. Miriam Albanos Rollendebüt als kecker Cherubino hingegen gelang ausbaufähig. Ihre "Non so più cosa son"-Arie etwa war, authentisch hektisch, bisweilen zu hektisch für die Einsätze aus dem Orchestergraben. Denn Maestro Adam Fischer ließ dem Staatsopernorchester ungewohnt freien Lauf, Ensembleszenen wie das Mutterschaftssextett mit Marcellina (abermals köstlich: Zoryana Kushpler) und Don Bartolo (herrliches Debüt von Peter Rose) gerieten zum gepflegten Kauderwelsch. Über allem triumphierte der Esprit des Meisterwerks.





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    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2016-10-17 16:50:03
    Letzte nderung am 2016-10-17 16:57:33



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    Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

    Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

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