• vom 09.11.2016, 15:50 Uhr

Bühne

Update: 14.11.2016, 11:08 Uhr

Theaterkritik

Shakespeare, wie ihn viele wollen




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Von Heiner Boberski

  • Prickelnde "Twelfth Night"-Inszenierung in Vienna’s English Theatre.

Helen Watkinson und Jason Eddy. - © VET

Helen Watkinson und Jason Eddy. © VET

Der vom Narren besungene Regen mag jeglichen Tag regnen, aber eine gute Shakespeare-Aufführung, noch dazu in der Originalsprache, gehört nicht zum Wiener Theateralltag. Wer eine ebenso pfiffige wie poetisch-tiefsinnige Inszenierung der Meisterkomödie "Twelfth Night" (deutscher Titel: "Was ihr wollt") erleben möchte, hat dazu in den nächsten Wochen in Vienna’s English Theatre Gelegenheit.

Hausherrin Julia Schafranek hat die sehenswerte Produktion, die beim Theaterfestival Midsummer Scene in Dubrovnik gezeigt wurde, nach Wien geholt. Es geht um die ewige Thematik Liebe und Tod, aber auch um Vergnügen und Puritanismus. Die temporeiche Regiearbeit von Helen Tennison führt subtil vor Augen, wie nahe oft Komik und Tragik beisammen liegen.


Ihr Einfall, in die Lieder des Narren das ganze Ensemble vokal und pantomimisch einzubeziehen, erzielt große Wirkung und unterstreicht die Weisheit und Allgemeingültigkeit dieser Texte.

Tennison lässt der Spielfreude der Akteure freien Lauf, stellt aber hohe Anforderungen an sie, zumal einzelne wie zur Shakespeare-Zeit in mehrere Rollen schlüpfen müssen. Helen Watkinson ist eine liebenswerte Viola, Jason Eddy ein viriler Orsino, Emma Fenney eine durchtriebene Maria, Helen Millar eine rasch von ihrer Melancholie geheilte Olivia. Filip Krenus überzeugt sowohl als Spaßbremse Malvolio als auch als Seemann Antonio. George Oliver kommt vor allem als Narr Feste zur Geltung, an James Burton (Sir Toby Belch) und Tom Michael Blyth (Sir Andrew Aguecheek) erkennt man, dass schon Altmeister Shakespeare ein Paar wie Laurel & Hardy kreiert hat.

theater

Twelfth Night

Vienna’s English Theatre

Wh. bis 22. Dez




Schlagwörter

Theaterkritik

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Dokument erstellt am 2016-11-09 15:53:05
Letzte nderung am 2016-11-14 11:08:04



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Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

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