• vom 13.01.2017, 16:02 Uhr

Bühne

Update: 13.01.2017, 16:12 Uhr

Theaterkritik

Die Kunst des Erbarmens




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Theresa Luise Gindlstrasser

  • Im brut bietet eine interaktive Ausstellung die Möglichkeit zur solidarischen Trauerpraxis.


© Erli Grünzweil © Erli Grünzweil

In seinem Aufsatz "Enge Beziehungen. Über die Arbeiten von hoelb/hoeb" schreibt Thomas Macho: "An einem entscheidenden Punkt hat Heidegger geirrt: Das ,Sein zum Tode‘ ist nicht bloß die ,eigenste Möglichkeit‘, sondern auch die gemeinsamste." Den Tod als eine solche egalitäre und potenziell solidarisierende Angelegenheit zu präsentieren, haben sich hoelb/hoeb in ihrer neuesten Arbeit zur Aufgabe gemacht. Das Ausstellungsprojekt "LOST_INN. staging grief. Eine gelenkte Spurensuche durch die Trauer- und Erinnerungskultur" ist im brut bis 15. Jänner zu begehen. Vom Kulturwissenschafter und Philosophen Macho, dessen Porträt-Foto von Jörg Brüggemann außerdem als Exponat zu sehen ist, werden am Sonntag auch die "abschließenden Gedanken" zum Projekt kommen.

Neben den vielen Exponaten (von Katja Baumgarten, Julius Deutschbauer, Olafur Eliasson, Friedl Nussbaumer, Elisabeth Zahnd-Legnazzi und anderen) die im pietätvoll halbdunkel gehaltenen Raum kleine erleuchtete Stationen bilden, ist es vor allem die "Bar der professionellen Praxen" die ins Auge fällt. Deren Betrieb erfolgt durch die am Projekt beteiligten Bestatter, Palliativmedizinerinnen, Theologen und Trauerbegleiterinnen. Mit diesen als "Experten des Alltags" titulierten ins Gespräch zu kommen ist Aufgabe und Möglichkeit für das Publikum.

Information

Ausstellung
LOST_INN. staging grief.
brut, bis 15. Jänner

Barbara Hölbling und Mario Höber, die seit 2000 als hoelb/hoeb zusammenarbeiten, steuern dem Arrangement ihre sogenannten "Empathie-Apparaturen" bei. Ausgehend von Pietà-Darstellungen der bildenden Kunst, ermöglichen die Sitz-Vorrichtungen mit dem Aussehen von medizinischen Turngeräten das Einnehmen eben solcher Pietà-Haltungen. Durch das gegenseitige Halten sollen Erbarmen und Mitleid als potenziell solidarisierende Momente erfühlbar werden.





Schlagwörter

Theaterkritik

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-13 16:08:07
Letzte nderung am 2017-01-13 16:12:51



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kompetenz-Wirrwarr
  2. Es geht auch ohne Tenor
  3. Im Dreivierteltakt für den guten Zweck
  4. In Unwürde altern
  5. Die Tasten aus Ottakring sind verstummt
Meistkommentiert
  1. Ästhetik in der Todeszone
  2. in der straßenbahn
  3. Regen, Feuer und Blut
  4. Es ist kompliziert
  5. "Eigentlich kannst du nur versagen!"

Werbung



Mary Wollstonecraft (1759 - 1797) gilt als die erste Feministin Englands. Das bekannteste Werk der Schriftstellerin, Übersetzerin und Philosophin, "A vindication of the rights of woman" ("Verteidigung der Rechte der Frau") tritt für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

Barry Jenkins Film "Moonlight" gewann den Oscar für den besten Film. Zuvor wurde irrtümlich "La La Land" gekürt. Hugh Jackman winkt am Roten Teppich.

Jean-Honoré Fragonard, Das Mädchen mit dem Murmeltier, 1780er Jahre. Ein Ausnahmeprojekt mit Ausnahmeproblemen: Die Elbphilharmonie, eine "gläserne Welle", die auf drei Seiten von Wasser umgeben ist. 

Werbung



Werbung