• vom 30.01.2017, 18:31 Uhr

Bühne

Update: 30.01.2017, 23:26 Uhr

Opernkritik

Auf Liebe steht der Tod




  • Artikel
  • Lesenswert (21)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Daniel Wagner

  • Korngolds "Das Wunder der Heliane", konzertant an der Wiener Volksoper.

Annemarie Kremer als Heliane in der Volksoper.

Annemarie Kremer als Heliane in der Volksoper.© Pálffy/Volksoper Annemarie Kremer als Heliane in der Volksoper.© Pálffy/Volksoper

Kleine Korngold-Festwochen in Wien: Auf die Wiederaufnahme der "Toten Stadt" im Haus am Ring folgte eine Erstaufführung an der Volksoper, die es in sich hatte. "Das Wunder der Heliane", das Erich Wolfgang Korngold 1927 auf ein religiöses Mysterienspiel des österreichischen Dichters Hans Kaltneker schuf, sollte eines seiner Lieblingswerke werden. Und verschwand von den Bühnen dieser Welt. Nun also die konzertante Wiederentdeckung für Wien, die Klischees zu Werk und Tondichter erneuerte, aber auch widerlegte.

Da herrschte in Neben-, Seiten-, Ober- und Unterchören wie Bläsern aus dem Off die Korngold’sche Gigantomanie vor, im Dolby Surround, Filmmusik eben. Kein Wunder, dass der Komponist gerade dank dieser musiktheatralisch perfekten Opulenz einer der Väter der wirkungsvollen Musik zu den Bildern wurde. Thematisch wie musikalisch soll seine Heliane sperrig sein. Ja, sie war fordernd und im Endeffekt unglaublich vital.

Information

Das Wunder der Heliane
von Erich Wolfgang Korngold
Volksoper

Königin Heliane gibt sich im Geiste dem gefangenen Propheten (überzeugend klar: Daniel Kirch) hin - Annemarie Kremer fesselte als Titelheldin in ihrem packenden Kampf zwischen Gefühl, Lust und Läuterung. Dieser persönliche Kampf kam beim königlichen Gatten ganz anders an: Martin Winklers Bass herrschte souverän über das ganze Haus, aber nicht über die Liebe der Gattin. Das Volk wurde von allerlei Höflingen aufgehetzt (schauderhaft schöne Botin von Martina Mikelić) und beschwichtigt (solider Schwertrichter: Mehrzad Montazeri). Auf Anklage und Gottesgericht folgten der Gattenmord und eine Apotheose. Dirigent Jac van Steen verlangte dem präzise agierenden Volksopernorchester der opulenten Partitur entsprechend viel ab.

So konnte sich am Ende niemand dem Wunder Heliane entziehen. Hingehen ist bei nur zwei Folgevorstellungen sehr empfehlenswert.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-01-30 17:05:09
Letzte nderung am 2017-01-30 23:26:38



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. ORF wünscht sich ein Dutzend Gesetzesänderungen
  2. kurz gesagt: so gehts
  3. "Ich glaube nicht mehr an Trends"
  4. Vom Nutzen und Nachteil der Arbeit
  5. Mit Flöte, ohne Zauber
Meistkommentiert
  1. Als Morak und Metropol noch wild waren
  2. Eine schwierige Kiste
  3. Streit um Affen-Selfie beendet
  4. kurz gesagt: so gehts
  5. ORF wünscht sich ein Dutzend Gesetzesänderungen

Werbung



Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.

Werbung



Werbung


Werbung