• vom 13.04.2017, 16:19 Uhr

Bühne

Update: 13.04.2017, 16:29 Uhr

Kabarett

Gerlinde gesagt




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Von Christina Böck

  • Kleinkunst mit Plattenspieler: David Scheids "Remix".

David Scheid.

David Scheid.© ORF David Scheid.© ORF

Also, sein Papa hat es nicht verstanden. Dass sich David Scheid manchmal selbst spielt und dann wieder jemanden anderen und das auch noch an verschiedenen Orten. Erst ist er nämlich der Bühnentechniker, der vom Kabarettisten nicht viel hält ("Oaschwarze"). Dann ist er der Künstler, der sich daheim auf die Show vorbereitet - indem er eine Folge "Liebesgeschichten & Heiratssachen" anschaut. Da spielt er wiederum den Geri, der von einer Frau schon erwartet: "Wennst mit mir wüst, dann musst dings." Dann ist Scheid wieder er selbst und möchte mit dem Publikum seinen Text noch einmal zur Probe durchgehen. Weil: "Sonst wär’s jetzt aus..." Gut, das wär jetzt doch bissl früh, nach kaum einer halben Stunde. Also wird’s kurz gemäßigt interaktiv, vor allem für deutsche Nachbarn im Publikum.

"Remix" heißt das Programm, mit dem David Scheid den Goldenen Kleinkunstnagel gewonnen hat, und das Prinzip der Neuabmischung zieht sich durch den Abend. Da kann es sich um Musik handeln, immerhin hat er beim Arbeitsamt den Discjockey-Kurs gemacht und hat gelernt, wie man fette Bässe und abgelutschte A-Cappellas richtig peinlich am Mischpult einsetzt. Oder aber auch um neu angeordnete, trefflich gescratchte Fundstücke aus Radio und TV - Scheid nutzt etwa die mitunter unfreiwillig komische Nischenwissensvermittlung des Ö1-Radiokollegs. Dazwischen wird es auch nachdenklich, wenn er vorrechnet, dass wir uns einen Liter schickes Mineralwasser kaufen, den wir dann nach der Verarbeitung mit 14 Liter Hochquellwasser ins Klo spülen.

Information

Kabarett
David Scheid: Remix
nächster Termin: 22. April,
Kabarett Niedermair Wien
im TV: "Pratersterne", 18. April, 23 Uhr, ORF1

David Scheid ist mit "Remix" ein Programm gelungen, das nicht nur, wie im PR-Text angekündigt, die Generation Y anspricht, sondern mit manchen Perlen der Allgemeingültigkeit auftrumpft. Zum Beispiel einer exemplarischen Vorführung, wie lange man nur in Phrasen von "Wos soll i sogn" bis "Gerlinde gesagt" kommunizieren kann. Das kommt einem dann doch sehr bekannt vor. Und der Papa wird’s sicher auch noch verstehen.





Schlagwörter

Kabarett, Kritik, David Scheid

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-13 16:24:08
Letzte nderung am 2017-04-13 16:29:31



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