• vom 21.04.2017, 16:20 Uhr

Bühne

Update: 21.04.2017, 16:35 Uhr

Performance-Kritik

Reise ins Ich




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Verena Franke

  • Meg Stuart kramt im autobiografischen Solo "Hunter" in Erinnerungen.

Meg Stuart trägt Plexiglas.

Meg Stuart trägt Plexiglas.

Meg Stuart sitzt fast schüchtern mit dem Rücken zum Publikum an einem Tischchen. Sie zerschneidet Fotos, klebt die Schnipsel dann wieder zu einer Collage zusammen. Zu sehen ist das per Kamera auf einer der vielen Projektionsflächen, die die Tanzschaffende für ihre Performance "Hunter" im Tanzquartier Wien aufstellen lies.

Das biografisch motivierte Solo aus dem Jahr 2014 der in Berlin lebenden, US-amerikanischen 52-jährigen Choreografin handelt von Meg Stuarts persönlichen Erinnerungen. Es scheint, als würde sie in diesen Momenten zerfließen, manchmal gegen sie ankämpfen, um sie schließlich als Teil ihrer selbst zu akzeptieren.

Information

Performance
Hunter
Von Meg Stuart
Tanzquartier Wien

Während sie zu Beginn Körpererinnerungen mit Projektionen und einer Soundcollage (Vincent Malstaf) cartoonartig zuckend aufarbeitet, ist später ein Monolog Zentrum der Selbstrecherche. Oftmals auch humorig, als sie etwa von ihren Eltern zu erzählen beginnt: Beide arbeiteten als Regisseure und führten ein kommunales Theater. "Ich habe so viele schlechte Schauspieler gesehen", erinnert sich die Tänzerin und Choreografin, "dass ich mir geschworen habe, auf der Bühne nie ein Wort zu sprechen."

Stuart hat den Ruf einer radikalen Forscherin, die sich mit der Verletzlichkeit des Körpers auseinandersetzt. Ihre Performances enden oft im Chaos, auch "Hunter" - erinnerlich bleiben visuelle und Sound-Highlights, weniger jedoch ihre Bewegungsstudien.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-21 16:24:07
Letzte nderung am 2017-04-21 16:35:22



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ein 90-jähriger Wunderknabe
  2. Legende Jerry Lewis gestorben
  3. "Guter Vorsatz ist der neue Luxus"
  4. Schlaue Füchse, böse Wölfe
  5. Vergnügen mit größtmöglichem Chaos
Meistkommentiert
  1. Harte Fronten im Römersteinbruch: Keine Oper 2018
  2. Der Hausmeister von Graceland
  3. Aus der Feder des "Rehsodomiten": Bambi wird 75
  4. "Unvorstellbar, dass man sich widersetzt"
  5. Kunst

Werbung



"Zusammenspiel" von Irene Charlotte Jahn.

Am Montagabend feierte Michael Haneke mit "Happy End" zum siebenten Mal Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Monica Bellucci war die Gastgeberin beim Auftakt des Festivals: Eine ehrenvolle Rolle, bei der man durch den Gala-Abend führt. Entsprechend chiczeigte sich die inzwischen 52-Jährige.

Fesselndes am letzten Wochenende in Krems: "Durational Rope" von Quarto brachten Seile unter anderem zum Tanzen. Blixa Bargeld und eines seiner Instrumente.

Werbung



Werbung