• vom 11.05.2017, 16:42 Uhr

Bühne

Update: 11.05.2017, 17:24 Uhr

Opernkritik

Durchwachsenes Goldgeflecht




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Von Judith Belfkih

  • Das "Ring"-Finale an der Staatsoper ist schwächer als der Auftakt.

Waltraud Meier brachte noble Grüße aus früheren Glanzzeiten.

Waltraud Meier brachte noble Grüße aus früheren Glanzzeiten.© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn Waltraud Meier brachte noble Grüße aus früheren Glanzzeiten.© Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Mit einem vielversprechenden ersten Wochenende begonnen, ging die erste Runde der aktuellen Spielserie von Richard Wagners "Ring" diese Woche recht durchwachsen zu Ende. Vor allem das sängerische Niveau konnten die Teile drei und vier nicht halten. Einzige und alle Abende zusammenspannende Konstante bei allen Teilen war Peter Schneider am Pult. Ihm gelang es, den musikalischen Bogen vom ersten bis zum letzten Ton nicht abreißen zu lassen und dabei einen stets glosenden, teils aufbrausenden und doch immer balancierten Wagner zu formen. Und vor allem: Er bettete die wechselnden sängerischen Leistungen in ein homogenes Gesamtbild und ließ manche Ungereimtheit in einem größeren musikalischen Kosmos vergehen.

Die zweite Konstante dieses "Rings" hielt sich düster im Hintergrund: Die Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf erwies sich dank ihrer geringen Aussagekraft als sehr praktikabel für diverse Rollendebüts und Umbesetzungen.

Information

OPER
Götterdämmerung
Peter Schneider (Dirigat)
Wiener Staatsoper
"Ring"-Termine: 20., 21. und 28. Mai sowie 5. Juni

Bei der "Götterdämmerung" am Mittwoch zählten bei den Sängern eher sportliche als differenziert sängerische Leistungen. Stefan Vinke schmetterte einen recht groben Siegfried von der Bühne, bei ihm kommt Kraft klar vor Klangschönheit. Petra Lang sang ihre erste Wiener Brünnhilde indisponiert und wirkte mitunter angestrengt. Waltraud Meier zeigte als Waltraute, dass ihre Stimme auch vier Jahrzehnte nach ihrem Bühnendebüt über exklusive Klangkultur verfügt. Falk Struckmann untermauerte als Hagen seinen Ruf als stimmmächtiger Charakterdarsteller. Edel: Markus Eiche als Gunther; schrill: Regine Hangler als Gutrune.

Insgesamt eine solide bis tadellose "Ring"-Serie mit einigen strahlenden Momenten, sängerisch gibt es Luft nach oben.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-11 16:48:05
Letzte nderung am 2017-05-11 17:24:19



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