• vom 16.05.2017, 17:13 Uhr

Bühne

Update: 17.05.2017, 14:48 Uhr

Opernkritik

Und es ward Licht




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Von Daniel Wagner

  • "Akrobat schön": Schöpfungsgeschichte im Theater an der Wien.

Mari Eriksmoen überzeugt als Sopran. - © Marie Guilloux

Mari Eriksmoen überzeugt als Sopran. © Marie Guilloux

Mit einem beständigen Auf und Ab musste das Publikum im Theater an der Wien zurechtkommen. Joseph Haydns Oratorium der "Schöpfung" stand auf dem Spielplan, seine Vertonung des biblischen Buches Genesis ist immer einen Besuch wert. Angesichts der beherzten Interpretation durch das französische Insula Orchestra (mit schroffen Bläsern und harschen Streichern) und den dazugehörigen, perfekten Accentus Chor (Leitung: Marc Korovitch) unter Ensemblegründerin Laurence Equilbey sollte die notwendige Authentizität ihren Platz finden.

Zu den Wechselseiten des Vergnügens: In das Oratorium ohne "echte dramatische Handlung", so steht es auch im Programmheft, waren La Fura dels Baus involviert. Das katalanische Künstlerkollektiv brachte eine Fülle an Ideen in die Non-Szenerie ein. In der Regie von Carlus Padrissa entstand eine Flut aus Licht, Planeten, Feuerwerk sowie, gespickt mit Videoprojektionen aufklärerischer Schlagworte, eine Fluchtgeschichte. Vertrieben aus dem Paradies, begaben sich die Schutzsuchenden mit Erzengeln auf die Reise: Raphael als Geist des Wassers und der Gesundheit, Uriel als Geist des Lichts und der Transformation, Gabriel, zuständig für Luft und Kommunikation.


Mari Eriksmoen (Sopran), Martin Mitterrutzner (Tenor) und Daniel Schmutzhard (Bariton) überzeugten stimmlich neben Menschenscharen mit übergroßen Heliumballonen, auf Krangerüsten und in Ursuppen-Aquarien auf dem Weg durch Raum und Zeit. Spätestens mit der Aufstellung des Chores im ganzen Publikumsraum zum Gaudium "Ein Lob erschall der Ewigkeit" gehörte das Werk aber wieder dem Genius Haydn.

Oper

Die Schöpfung

Theater an der Wien




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Dokument erstellt am 2017-05-16 17:18:06
Letzte nderung am 2017-05-17 14:48:07



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