• vom 06.06.2017, 15:56 Uhr

Bühne


Theaterkritik

Vor den Vorhang!




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Von Edwin Baumgartner

  • "Vorhangverbot" erzählt die Geschichte des Burgtheaters.

Am Anfang war der Schweiß. Nämlich der des ballspielenden jungen Hochadels im Ballhaus am heutigen Michaelerplatz. "Jeu de paume" spielte man, eine Art Squash-Tennis. Aber die Kinder der Erzherzogin Maria Theresia hatten keine Lust aufs Bälleschlagen. So wurde aus dem Ballhaus das Hofburgtheater. Natürlich war schon im Ballhaus viel Holz verbaut worden, und in das hatte sich der hochadelige Schweißgeruch hineingezogen. Das war freilich die einzige Form der Anrüchigkeit, denn Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. verstanden das Theater als moralische Anstalt zur Erziehung des Volks. Tragödien? - Nein danke. Selbst Romeo und Julia führten ein langes glückliches Eheleben in der Wiener Fassung.

Das war der Beginn des Burgtheaters. Man kann es getrost so sagen, obwohl den heutigen Bau erst Kaiser Franz Joseph errichten hat lassen. Die Seilbahn zur Kaiserloge konnte man ihm gerade noch ausreden. Womit der Kaiser eine zweite Örtlichkeit hatte, die er bei Bedarf zu Fuß aufsuchen musste. Und weshalb gab es eigentlich das Vorhang- und Applausverbot? Weil man in Anwesenheit des Kaisers niemand anderem applaudieren durfte. Und dann war der Kaiser tot - und das Applausverbot lebte immer noch.


Das sind die Geschichten und G’schichterln, die Burgschauspieler Robert Reinagl in "Vorhangverbot" rund eine Stunde lang dem Publikum erzählt. Launig, brillant, mit einem Hauch von Otto Schenk. Das Publikum lacht laut heraus. Höhepunkt: eine Hans-Wurst-Szene, alle Derbheiten inbegriffen. Fabelhaft!

Theater

Vorhangverbot

Mit Robert Reinagl

Burgtheater, Wh.: 15., 18. Juni




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Dokument erstellt am 2017-06-06 15:59:03



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