• vom 20.06.2017, 16:07 Uhr

Bühne

Update: 20.06.2017, 16:23 Uhr

Festival

Wie die Zukunft wird




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Von Christoph Irrgeher

  • Freie Opernszene: Die Musiktheatertage Wien laden zur dritten Ausgabe.

Handy erwünscht: die "Smartoper" bei den Musiktheatertagen.

Handy erwünscht: die "Smartoper" bei den Musiktheatertagen.© Barbara Pálffy Handy erwünscht: die "Smartoper" bei den Musiktheatertagen.© Barbara Pálffy

Wien. Die Homepage kann Verwirrung stiften: Wer sich auf www.musiktheater-wien.at über das Angebot der Opernstadt schlau machen will, erhält überraschende Ergebnisse. Keine Spur vom Platzhirschen Staatsoper. Auch Volksoper und Theater an der Wien glänzen durch Abwesenheit. Dafür ist die Seite ein Sammelplatz für Gruppen, die wagemutigen Werke und Produktionen aus der Taufe heben. Mögen die Glanzzeiten der freien Wiener Szene, wie manche behaupten, auch schon länger zurückliegen: Die Gruppen ohne festes Haus sind bis heute nicht (ganz) kleinzukriegen. Da beauftragte etwa das Kollektiv Sirene zuletzt eine neue Trilogie über das moderne Gesundheitswesen, da gedachte die Gruppe EntArteOpera des Holocaust, da lockte die Wiener Taschenoper den Nachwuchs mit zeitgenössischen Klängen. Und natürlich ist da auch noch die (nicht mehr ganz) Neue Oper Wien aktiv und brachte in dieser Saison Ernst Kreneks "Pallas Athene weint" heraus.

Verhältnismäßig jung sind die Musiktheatertage Wien. Sie finden zum dritten Mal statt und bespielen ab Freitag das Werk X (12., Oswaldgasse 35a) mit acht Produktionen, bezahlen kann jeder Gast nach Belieben. "Eine Art Zukunft" lautet das weitläufige, dennoch treffsichere Motto in den aktuellen Krisenzeiten, die in Form von globalen Konfliktherden, Migrationsströmen und Klimaproblemen am Fortschrittsglauben nagen.


Erkenntnisse aus der Geriatrie
Die Eröffnungspremiere gilt aber einem persönlichen Thema: dem Altwerden. Warum? "Weil es mich beschäftigt", sagt Georg Steker, Jahrgang 1973 und Ko-Leiter der Musiktheatertage mit Thomas Desi. Für Steker geht es hier einerseits um Verfall, andererseits um Altersweisheit, die einem freilich nicht "geschenkt wird". Das Festival zeigt dazu "Tanzcafé Schweigepflicht", eine Uraufführung, die auf einem Buch der Altenpflegerin Sonja Schiff basiert ("10 Dinge, dich ich von alten Menschen über das Leben lernte"). Komponiert hat das Werk Jörg Ulrich Krah, besetzt ist es mit jungen Sängern. Mit Absicht: Auch sie werde das Alter treffen.

Das Festival, das bis 2. Juli läuft, bietet allerdings auch Futuristisches. "Space=Wow" handelt von Astronauten, die aufgrund einer globalen Ressourcenknappheit zum Mars unterwegs sind (Musik: Belma Beslic-Gal). Spielerisch wiederum geben sich die "Smartoper reloaded" und ein Abend mit dem Audience Orchestra: Das Publikum kann auch während der Aufführung sein Handy benützen - und damit die Musik beeinflussen.




Schlagwörter

Festival, Oper, freie Szene, Werk X

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-06-20 16:11:07
Letzte nderung am 2017-06-20 16:23:08



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Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

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