• vom 31.07.2017, 16:15 Uhr

Bühne

Update: 01.08.2017, 09:07 Uhr

Performance-Kritik

De Keersmaeker bringt den Jazz zum Tanzen




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Von Verena Franke


    Hier wird Jazz zu Tanz, Tanz zu Jazz: Salva Sanchis und Anne Teresa de Keersmaeker/Rosas: A Love Supreme. - © Herman Sorgeloos

    Hier wird Jazz zu Tanz, Tanz zu Jazz: Salva Sanchis und Anne Teresa de Keersmaeker/Rosas: A Love Supreme. © Herman Sorgeloos

    Typisch De Keersmaeker: Die Bühne ist leer, es gibt keine Gassen, keine Vorhänge, man sieht die Hinterbühne. Kaum Scheinwerferlicht, die Performer in schwarzer Hose mit Joggingjacke oder unförmigem Hemd. Reduktion auf das Notwendigste. Bei "A Love Supreme" - Anne Teresa De Keersmaeker und Salva Sanchis bringen eine überarbeitete Version des Klassikers aus 2005 - wäre jeder Schnickschnack störend. Der Fokus lieg vorerst auf der Stille, und auf jenen vier Performern, die diese mit Bewegungen füllen. Zuerst gemeinsam, dann bleibt nur ein einziger über, der den Raum allein durch seine Präsenz und nur stehend bereichert. Doch ist der Stücktitel nicht jener von John Coltranes Jazzalbum aus 1964? Und da setzt dann auch schon Coltranes Saxofon-Sound ein.

    Jedes Instrument ein Tänzer

    Information

    Performance

    Salva Sanchis und Anne Teresa de Keersmaeker/Rosas:
    A Love Supreme

    Volkstheater im Rahmen
    des Impulstanz-Festivals

    Die vier Tänzer - Bilal El Had, Jason Respilieux, Jose Paulo dos Santos und Thomas Vantuycom - schreiben sich den einzelnen Instrumenten des legendären Coltrane-Quartetts zu. Dementsprechend autark ist ihr Bewegungsrepertoire. Hier wird Jazz zu Tanz, Tanz zu Jazz: Musikalische Akzente setzen Bewegungsakzente, es wird kurz innegehalten in legerer, zufällig wirkender Synchronität, und dann tanzt jeder für sich weiter seinen eigenen Weg. Bewegung und Musik verschmelzen immer mehr. Gegen Ende wendet sich die Musik dem fernöstlichen Spiritismus zu - die Tänzer finden zueinander, um sich gegenseitig zu stützen, zu halten. Bildhafter geht es nicht.





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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2017-07-31 16:21:06
    Letzte nderung am 2017-08-01 09:07:43



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