• vom 07.08.2017, 15:53 Uhr

Bühne

Update: 07.08.2017, 16:28 Uhr

Performance-Kritik

Eine beruhigende Monotonie




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Von Theresa Luise Gindlstrasser

  • Ian Kaler versucht mit seiner Performance "Livfe" ein Lebensporträt.



Das diesjährige Impulstanz-Festival geht in die vierte Woche. Noch bis zum 13. August finden Workshops statt, gibt es Performances zu sehen. Dieses Wochenende wurde das Akademietheater für diesen Sommer zum letzten Mal bespielt. Ohne Fächer geht da gar nichts. So heiß, so stickig und das Geschehen auf der Bühne so hermetisch. In "Livfe" von Ian Kaler fügt sich die beruhigende Monotonie der Erzählstimme zur beruhigenden Monotonie der indifferenten Assoziationen. "I am many things", wiederholt Kaler. Und: "I am creating: stains."

Die Erzählung reiht allgemeine Kindheitserinnerungen an wenig denkwürdige Alltagsmetaphern für eine fluide Identität. Dazwischen gestreut propagieren private Naturbetrachtungen ein achtsames Erleben. "I am walking in the forest", heißt es da, dann die Rede vom Wind. Einmal begibt sich Kaler mit dem Oberkörper in eine Bewegung hinein. Dann wiederum nicht.

Information

Ian Kaler: Livfe
Performance
Akademietheater/Impulstanz

Der Abend verfolgt eine streng unaufgeregte, minimalistische Optik. So satt das Schwarz des Raumes, so sauber das Weiß des Trainingsanzugs. Lässig flirrende Visuals von Imogen Heath rauschen über ein schickes Bushaltestellen-Objekt von Stephanie Rauch.

Die musikalische Komposition von Hermione Frank aka rRoxymore rumort unter dem Geschehen hinweg. Rhythmen zerfallen in obskure Klänge, treiben sich in einen Sog hinein. Alles wummert, alles kracht. Die einzelnen Elemente der Performance werden kunstvoll zu einem Ablauf arrangiert, zur beruhigend bis ermüdenden Monotonie einer Nabelschau.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-07 15:57:09
Letzte nderung am 2017-08-07 16:28:16



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