• vom 10.08.2017, 18:59 Uhr

Bühne


Performance-Kritik

Giselle, der peitschende Racheengel




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Verena Franke

  • Dada Masilo transformiert den Ballettklassiker zu einem feurigen Spektakel.



Keine in weißem Langtutu grazil leidenden Jungfrauen, die an gebrochenen Herzen verstorben sind und als Waldgeister fast schwebend über die Bühne trippeln. Vielmehr sind es bodenständige in Purpur gewandete, stampfende Racheengel, die ihre Peiniger malträtieren, bis sie tot umfallen.

"Giselle" der südafrikanischen Choreografin und Tänzerin Dada Masilo wurde am Mittwoch im Rahmen des zurzeit stattfindenden Impulstanz-Festivals im Volkstheater aufgeführt. Vom romantischen Ballettklassiker aus 1841 ist ein dünner inhaltlicher roter Faden übrig geblieben, die Inszenierung und Choreografie ist im Heute verhaftet: Im ländlichen Südafrika schikanieren hier die Reichen die Armen, die laut klagen, klatschend und stampfend ihrer Wut Luft machen, dessen ungeachtet auch der Freude am Leben lautstark frönen. Die Tanzszenen sind bombastisch energiegeladen, die Atmosphäre lädt sich auch aufgrund der Musik von Komponist Philip Miller auf, der die Originalpartitur von Adolphe Adam mit Trommeln, Gesang aber auch Cello und Violine verzerrt.


Dada Masilos Giselle wird ebenfalls das Herz gebrochen, die sogenannte Wahnsinnsszene wird hier durch die Gesellschaft herbeigeführt, indem sie Giselle hänselt und schikaniert - sie bloßstellt im wahrsten Sinn des Wortes. Einmal verstorben, übt Giselle mit Peitschenhieben lustvoll Rache, Vergebung ist etwas für Romantiker. Einfach grandios modern.

Weitere Beiträge zum Festival auf www.wienerzeitung.at/impulstanz

Performance

Giselle

Von Dada Masilo/The Dance Factory

Volkstheater/Impulstanz-Festival

Wh. am 11 August




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-10 16:27:07



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. In eigener Sache
  2. Hosentürlreiber mit Jukebox-Hintergrund
  3. Weltreise in der Badewanne
  4. Neue szenische Wege
  5. Schatten in der Nacht
Meistkommentiert
  1. Das Hosentürl zum Ruhm
  2. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
  3. Die Ära des geilen Mannes
  4. "Das ist es, wofür ich stehe"
  5. Schönheitskönigin

Werbung



Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.

Werbung



Werbung


Werbung