• vom 14.09.2017, 15:53 Uhr

Bühne

Update: 14.09.2017, 16:27 Uhr

Theaterkritik

Desperate Hausfrau




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Von Heiner Boberski

  • Shirleys Aufbruch in ein neues Leben im English Theatre.

Vor der Pause englische Popmusik, am Ende Alexis Sorbas. Shirley Bradshaw, eine 46-jährige Hausfrau, redet zur Küchenwand, an der ein Kalender den Juni 1987 anzeigt, über ihr Leben und ihre Sorgen. Die Kinder sind aus dem Haus, ihr Mann Joe spricht kaum noch mit ihr und erwartet nur pünktlich sein Essen. Die Einladung ihrer feministischen Freundin Jane zu einem Griechenland-Urlaub weckt die Lebensgeister und die Abenteuerlust, die sie einst als Shirley Valentine besessen hat. Sie lässt ihren Mann zurück, startet im Süden in ein neues Leben und eine letztlich offen bleibende Zukunft.

Das schon 1989 verfilmte Erfolgsstück, das der Autor Willy Russell in seiner Heimatstadt Liverpool beginnen lässt, steht und fällt mit einer guten Solistin, die mit ihren Monologen einen ganzen Abend tragen kann. In Vienna’s English Theatre erweist sich Cally Lawrence unter der Regie von Adrienne Ferguson als perfekte Alleinunterhalterin, die mit Liverpooler Akzent, vor allem aber mit imponierender Mimik und Gestik besticht. Wenn sie andere Personen - etwa ihre Lehrerin, die Nachbarin, ihre Tochter, aber auch ihren neuen griechischen Freund - imitiert, über Sigmund Freuds Sexuallehre lästert oder vom Auftritt ihres kleinen Sohnes beim Weihnachtsspiel erzählt, bleibt kaum ein Auge trocken.

Information

Theater
Shirley Valentine
Vienna’s English Theatre
Wh.: bis 21. Okt

Das passende Bühnenbild, in dem die griechischen Landesfarben Blau und Weiß schon in Shirleys Küche zart auftauchen und im letzten Bild dann dominieren, lieferte Lothar Hüttling. Die Premiere endete mit viel Beifall und lauten Bravorufen für Cally Lawrence.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-14 15:57:06
Letzte nderung am 2017-09-14 16:27:17



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