• vom 14.09.2017, 15:53 Uhr

Bühne

Update: 14.09.2017, 16:26 Uhr

Kabarett

Die Empathie des Aspergerianers




  • Artikel
  • Lesenswert (17)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Mathias Ziegler

  • Das zwölfte Soloprogramm von Gunkl dreht sich diesmal mehr um Günther Paal.


© Ernesto Gelles © Ernesto Gelles

"‚Wenn der Herbst eine Frau wäre, müsste er Paul heißen und nach Brot riechen.‘ Poesie halt."

Wenn Günther Paal alias Gunkl sein zwölftes Soloprogramm mit diesem Einstiegssatz beginnt, ist immerhin eines klar: Es wird philosophisch. Und zwar sehr. Aber auf einem Niveau, das - Schachtelsätze hin oder her - das Publikum mitkommen lässt. Und am Ende des Abends kann man sich zumindest einbilden, dass man in den vergangenen zwei Stunden mehr Günther Paal als Gunkl gehört hat, ihm persönlich nähergekommen ist. Ihm, dem bekennenden Aspergerianer (quasi Light-Autist), der gerne erläutert, warum er lieber den Zahnarzt als ein Fest besucht. Der von Alkoholmissbrauch erzählt und Einblick in seinen mentalen Zustand gewährt. Oder eben zumindest dem Publikum erzählt, wie man mit dem Asperger-Syndrom lebt und die Menschheit betrachtet.

Information

Kabarett
Gunkl: "Zwischen Ist und Soll - Menschsein halt"
Wh.: 15., 16. u. 19. Sept. Stadtsaal,
21. Sept. Theater am Alsergrund,
25. Sept. Kulisse Wien und am
2. Okt. CasaNova

Mehr zum Thema "Asperger" im Dossier.

Und natürlich wäre er nicht Gunkl, würde er nicht damit kokettieren. Und so fällt zum Thema Asperger der Satz: "Ich leide nicht darunter, das tun die anderen." Er seziert aber nicht nur selbstironisch seine eigene Verfasstheit, sondern auch jene seiner Mitmenschen. Zwischendurch erklärt er unter anderem auch, warum Soziopathen vielleicht die besten Psychotherapeuten wären - was damit zu tun hat, dass man sich als "normaler" Mensch nie wirklich in jemand anderen hineinversetzen kann (und die anderen könnten es, wollen aber nicht). Weshalb auch ein Atheist einen Gottgläubigen nie ganz verstehen wird.

Dabei beeindruckt Gunkl einmal mehr mit ausgefeilter Sprache, hinreißend polemischer Rationalität und bodenständiger Philosophie. Und am Ende sitzt man da und hatte ein einziges großes Aha-Erlebnis.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-14 15:57:10
Letzte nderung am 2017-09-14 16:26:57



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Das singt man nicht!
  2. Knöcheltief im Klingonenblut
  3. ferdinand melichar
  4. Spiel dich – verkühl dich nicht!
  5. Armin Wolf klagt FPÖ wegen Facebook-Posting
Meistkommentiert
  1. Armin Wolf klagt FPÖ wegen Facebook-Posting
  2. Die Drohkulissen
  3. "Frauen verstehe ich besser als Männer"
  4. Wortgefahr
  5. New York verklagt Weinstein

Werbung



Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer.

Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

Werbung



Werbung


Werbung