• vom 15.09.2017, 15:57 Uhr

Bühne

Update: 15.09.2017, 16:22 Uhr

Theaterkritik

Unerwünschter Besuch




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Von Theresa Luise Gindlstrasser

  • Fritzpunkt vergräbt sich in das Werk von Marianne Fritz.

Donnerstag Abend zieht ein Sturm über Wien hinweg. Ich betrete eine wenig einladende Stadtvilla in der Eitelbergergasse im 13. Wiener Gemeindebezirk. Alles finster. Niemand da. Dabei hatte das Kollektiv fritzpunkt zur "Materialschlacht für eine andere Ordnung der Dinge" geladen. "Das komplette Kunstwerk. Da fehlt nix", stand im Pressetext zu lesen. Seit 2002 widmet sich fritzpunkt (das sind im Kern Fred Büchel, Susanne Hahnl, Alexander Mairhofer und Anne Mertin) dem Festungsprojekt der 2007 verstorbenen Schriftstellerin Marianne Fritz. In immer ausufernderen Romantexten hat diese vor allem die Zeit des Ersten Weltkrieges beackert und dabei Orthografie und diachronen Lesefluss weit hinter sich gelassen.

Draußen vor der Stadtvilla steht ein "Not-Telefon". Ich spreche mit Mertin, sage, dass ich mich ahnungslos fühle, sie findet das gut. Schließlich geht drinnen eine Videoprojektion los. Bis Montag, den September, um 2.52 Uhr, also knappe 80 Stunden lang, wird diese Installation für Publikum offenstehen.

Information

Materialschlacht für eine andere Ordnung der Dinge

Von/nach Marianne Fritz
Fritzpunkt
Stadtvilla/Eitelbergergasse

Verwackelte Videos, unlesbarer Text und Stimmengewirr, fritzpunkt präsentiert Material aus 15 Jahren Arbeit am Festungsprojekt. Zitate aus dem Werk von Fritz und Gespräche über Fritz, alles geht unter im monotonen Chaos. Nach einer Stunde verlassen die meisten der wenigen Besuchenden den Ort. Wäre das Setting nicht so kalt, finster, gruselig, könnte es vielleicht meditativ genannt werden. Hochgradig publikumsfeindlich ist es allemal.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-15 16:03:07
Letzte nderung am 2017-09-15 16:22:57



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