• vom 15.09.2017, 16:57 Uhr

Bühne


Volx/Margareten

Volx/Margareten als Spielort etabliert




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  • Auch heuer fast nur Erst- und Uraufführungen.

Mitleidlose Arbeitswelt: Mit "Extremophil" (Birgit Stöger, Peter Fasching, Sebastian Klein) eröffnet Volx/Margareten. - © R. Polster

Mitleidlose Arbeitswelt: Mit "Extremophil" (Birgit Stöger, Peter Fasching, Sebastian Klein) eröffnet Volx/Margareten. © R. Polster

(pat) Jedes größere Theaterhaus, das etwas auf sich hält, etabliert gern eine Nebenspielstätte. Wobei das Schicksal der Studiobühne dann häufig auf Messerschneide steht. Auch das Volx/Margareten (vormals: Hundsturm), die Nebenspielstätte des Volkstheaters, stand schon auf der Streichliste.

Doch in den beiden Spielzeiten von Intendantin Anna Badora ist es mit bisher 17 Erst- und Uraufführungen gelungen, den Spielort zu etablieren. "Grund für einen kleinen Stolzmoment", so Chefdramaturg Roland Koberg während der Programmpräsentation für die aktuelle Spielzeit. Auch die Vorgabe von 70 Prozent Auslastung konnte man mit 13.000 Besuchern "übererfüllen". Zudem sei die kleine Spielstätte ein "wichtiger Ort für das Ensemble geworden", das mit großem persönlichem Einsatz und in seiner Freizeit gemeinsam mit dem künstlerischen Team und Mitgliedern der Technik den Spielort selbst renoviert habe.


In dieser Spielzeit stehen sieben Stücke im Volx/Margareten auf dem Spielplan, fast nur Erst- und Uraufführungen: Eröffnet wird am 30. September mit Alexandra Badeas kapitalismuskritischem Stück "Extremophil". Weiter geht es mit Clemens Setz "Vereinte Nationen".

Einer der Höhepunkte dürfte wohl die österreichische Erstaufführung von "Heimwärts" werden (Premiere: 5. Jänner). Autor Ibrahim Amir setzt sich darin mit Fluchtbewegungen auseinander. Vier Personen wollen über die Türkei zurück nach Syrien fliehen. Mit der österreichischen Erstaufführung von "Heimwärts" nimmt das Haus die Zusammenarbeit mit dem aus Syrien stammenden und in Wien lebenden Autor erneut auf. In der kommenden Saison ist im Haupthaus die Auftragsarbeit "Ein deutscher Junge" angesetzt.

Vetos und Bespuckung
Im Vorjahr ließ das Volkstheater mit der Absetzung von Amirs Flüchtlingskomödie "Homohalal" aufhorchen. Die Reaktionen auf die Absage beschrieb Direktorin Badora als außergewöhnlich heftig. "Es wurde aus allen Richtungen auf uns gespuckt, wie ich es noch nie erlebt habe." Man habe daraus ein Stadtprojekt machen wollen, dabei habe aber Mitautorin Tina Leisch, die zeitgleich ihr "Traiskirchen"-Musical vorbereitete, Veto eingelegt. In dieser Spielzeit kam "Homohalal" nun, ohne viel Staub aufzuwirbeln, in Dresden heraus, dem Geburtsort von Pegida.

Während der Sanierung des Haupthauses, Baubeginn ist Mai 2018, soll das Volx/Margareten besonders intensiv im Repertoirebetrieb bespielt werden, während in der Ausweichspielstätte Odeon en suite David Bowies "Lazarus" für Einnahmen sorgen soll. Die Wiederöffnung des Haupthauses hat Badora "optimistischer Weise" für Ende Oktober 2018 angesetzt.




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Dokument erstellt am 2017-09-15 17:03:08



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