• vom 18.09.2017, 16:27 Uhr

Bühne

Update: 19.09.2017, 15:33 Uhr

Opernkritik

Herzhaft gemeuchelt




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Von Daniel Wagner


    Richard Strauss’ progressiver Kompositionshöhepunkt im blutrünstigen Wortgewand des Oscar Wilde: Dieser Abend im Haus am Ring konnte nur ausverkauft sein. Und so machte sich das fröhliche Wiener Publikum wieder frisch ans aristokratische Gemeuchel.

    Mit ihrem geschätzt souveränen Sopran voller Kraft und der unbedingten Bereitschaft zur besitzergreifenden Liebe ausgestattet, machte Gun-Brit Barkmin die Titelrolle zum Erlebnis. Kein Wunder, bei dem debütierenden Jochanaan des Željko Lučić: Sonor, verklärt und bis zum bitteren Ende hielt er die Kraft des erhabenen und gefürchteten Propheten auch in scheinbarer Ausweglosigkeit aufrecht.


    Für das musikalisch tiefenpsychologische Rüstzeug legte sich anstelle des erkrankten Yannick Nézet-Séguin die für Prokofjews "Spieler" (Premiere 10. Oktober) in Wien weilende Dirigentin Simone Young voll ins Zeug - angesichts des Strauss’schen Überschwangs in diesem speziellen Werk eine wahre Herausforderung, die sie mit den Damen und Herren des Staatsopernorchesters meisterte.

    Das gut gewählte Ensemble fügte sich engagiert in Boleslaw Barlogs historisierendes Bildgewand à la Klimt: Iris Vermillion als schreckhafte Herodias und Wolfgang Ablinger-Sperrhacke authentisch in der Rolle des hysterischen Herodes wurden von Carlos Osuna (Narraboth), Ulrike Helzel, Thomas Ebenstein und vielen anderen Nazarenern, Juden wie Soldaten unterstützt. So ließen gepflegte Bühnenmorde, Totschlag und Erotik zusammengedrängt auf rund eineinhalb Stunden den Staatsopernabend genießen.

    oper

    Salome

    Von Richard Strauss

    Simone Young (Dir.)

    Mit: Gun-Brit Barkmin, Željko Lučić, Wolfgang Ablinger- Sperrhacke u.a.

    Wiener Staatsoper




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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-09-18 16:33:08
    Letzte nderung am 2017-09-19 15:33:11



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