• vom 19.09.2017, 15:40 Uhr

Bühne

Update: 19.09.2017, 15:54 Uhr

Kabarett

Selbstfindung mit (T)Indern




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Von Mathias Ziegler

  • Showgirl Katie La Folle zwischen Yoga, Partnersuche und Webinaren.

Katie La Folle singt, tanzt - und macht dazwischen auch ein bisschen Yoga. Foto: Jules Stipsits

Katie La Folle singt, tanzt - und macht dazwischen auch ein bisschen Yoga. Foto: Jules Stipsits Katie La Folle singt, tanzt - und macht dazwischen auch ein bisschen Yoga. Foto: Jules Stipsits

Es ist mehr Cabaret als Kabarett, was Katrin Immervoll alias Katie La Folle zu Beginn ihres neuen Soloprogramms "Finden" auf die Bühne bringt. Um nicht zu sagen: Burlesque. Und so freizügig, wie die mitteljunge Dame (die ausgiebig mit ihrem 30. Geburtstag hadert) über die Bühne tänzelt, ist sie auch verbal. Sie lässt kein Tabuthema aus - selbst Regelschmerzen und Furzen beim Yoga haben ihren fixen Platz. Und sie opfert ihre ganze (fiktive?) Persönlichkeit auf dem Altar der Unterhaltung und lässt das Publikum teilhaben an einem Selbstfindungstrip, der sie - mit einem Abstecher zur unvermeidlichen Partnerbörse Tinder - vom Lebensberater-Webinar über Sitzungen bei der Psychotante bis zum Yoga-Kurs in Indien führt.

Dass sie weiß, wovon sie da erzählt, belegt ein Blick auf ihre Website: Sie unterrichtet nämlich tatsächlich Yoga - genauso wie ihr (hier freilich satirisch übertriebenes) Getänzel authentisch ist, denn Immervoll ist auch professionelle Musical-Darstellerin und hat als Referenz unter anderem ein Engagement als Tänzerin in Paris vorzuweisen. Inwieweit nun ihre Tinder- und Lebenscoach-Erfahrungen real sind, steht freilich auf einem anderen Blatt. Aber das ist auch egal, denn was sie dazu erzählt, ist höchst unterhaltsam. Trotzdem wird gibt es zwischendurch auch ernste Passagen, die sie allerdings dann gleich wieder mit viel Selbstironie und Zynismus bricht, wobei manche Pointen etwas tief fliegen.

Information

Katie La Folle: Finden

Nächster Termin:
23. September Theater am Alsergrund

Mehr Info: www.katielafolle.com

Volle zwei Stunden lang zieht sie vor allem über sich selbst vom Leder; charmant, spritzig, etwas hyperaktiv und sexy. Sie ist aber nicht bloß ein Showgirl, das mit Gesang, Tanz und Geplauder einen Abend füllt, sondern eine erfahrene Künstlerin, die aus dem Nähkästchen plaudert und ihr Publikum dabei auch ein kleines bisschen weiterbildet.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-19 15:45:13
Letzte nderung am 2017-09-19 15:54:10



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