• vom 25.09.2017, 16:54 Uhr

Bühne


Theaterkritik

Leichtigkeit und Schwere des Alters




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Von Stefan Lessmann

  • Das Volkstheater zeigt in den Bezirken das "Das Haus am See".

Doris Weiner, Michael Abendroth.

Doris Weiner, Michael Abendroth.© lupispuma Doris Weiner, Michael Abendroth.© lupispuma

"Ich wusste nicht, dass wir wütend aufeinander waren, ich dachte, wir können uns einfach nicht leiden." So spricht der Vater zur Tochter - ein schwieriges Verhältnis. Doch Norman bringt auch seine Frau Ethel mit seinen zynischen Äußerungen über das Altern in Rage: Er ist 80, sie 70, und gemeinsam verbringen sie den 48. Sommer in ihrem Ferienhaus. Dass Tochter Chelsea, die in der Kindheit unter den Anforderungen des Vaters litt, nach langer Abwesenheit auftaucht, sorgt für Aufruhr. Noch dazu hat sie ihren neuen Freund Bill und dessen Sohn Billy dabei - kann die Patchwork-Familie den Ansprüchen des Vaters genügen?

Das "Haus am See", 1979 vom damals 28-jährigen US-Autor Ernest Thompson verfasst und in einer Verfilmung mit Katherine Hepburn und Henry Fonda mit drei Oscars ausgezeichnet, ist Paradebeispiel für ein gelungenes Wellmade-Play. In Wien feiert Bezirke-Chefin Doris Weiner in der Rolle der Ethel ihr 40-jähriges Jubiläum als Volkstheater-Schauspielerin. Kongenial an ihrer Seite agiert Michael Abendroth als Norman, der vor allem im Dialog mit Bill (Günther Wiederschwinger) und Billy (Florian Appelius) brilliert. Steffi Krautz als Tochter besitzt nicht nur in den komödiantischen Szenen viel Gespür.


Regisseur Ingo Berk gelingt es so, vor dem detailreichen, realistischen Bühnenbild (Damian Hitz) einerseits die komplizierten Familienverhältnisse darzulegen und andererseits die Wärme und Zuneigung der Figuren spüren zu lassen. Die düstere elektronische Musik (Patrik Zeller) beim Szenenwechsel kontrastiert die Stimmung im Stück, der szenische Mehrwert ist jedoch fraglich.

Theater

Das Haus am See

Volkstheater/Bezirke, bis 5. Okt.




Schlagwörter

Theaterkritik

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Dokument erstellt am 2017-09-25 17:00:18



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