• vom 06.10.2017, 16:30 Uhr

Bühne


Kabarettkritik

Spaßprediger auf der Müllhalde




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  • Schöner vergehen - oder zumindest lustig: das neue Programm "Abendgang des Unterlands" von Severin Groebner.

(cb) Was ist es diesmal? Werden uns Nanoteilchen auffressen? Oder werden Aliens die Erde mit Schokolade überziehen? Egal, die Welt geht unter, weiß Severin Groebner in seinem neuen Programm "Der Abendgang des Unterlands". Und zwar schon morgen um 9.48 Uhr. Gut, das hat auch Vorteile. Er muss sich jetzt zum Beispiel nicht mehr Sorgen machen, dass irgendein fundamentalistischer Antikabarettist sich noch einen Anschlag gegen ihn, einen Spaßprediger, antut. Zahlt sich ja nicht mehr aus. Die Zeit bis zur endgültigen Apokalypse nutzt Groebner, um ein heiteres Kompendium der Untergänge zu erstellen. Als wienerischer Spritzwein-Jupiter erzählt er, wie es dazu kam, dass die römischen Gottheiten so abgemeldet sind. Schuld waren diese "judäischen Billiganbieter mit ihrer All-inklusive-Flatrate". Über die neue Mode mit dem einen Gott habe man erst noch gelacht, aber dann kamen die unendlichen Freiminuten namens Leben nach dem Tod und jetzt muss die Siegesgöttin Turnschuhe verkaufen. Ein Jammer.

Übellaune der Krise

Information

Severin Groebner
"Der Abendgang des Unterlands"
Termine: Kabarett Niedermair, 7. 10.
Theatercafe Graz, 14.-18. 11.

Als Weltmeister des Untergangs identifiziert der Kabarettist natürlich Österreich. Das K.u.K.-Reich findet er auf der Müllhalde der untergegangenen Reiche (dort übrigens Vorsicht vor dem 1000-jährigen, hochtoxisch!), Groebner schlüpft in leger-degenerierter Offiziershaltung auch in die Rolle dieses ehemaligen Imperiums, das sich sicher ist: Niemand hat mehr Geschmack bewiesen beim Niedergehen.

Dazwischen hält der "Wiener Zeitung"-Kolumnist Zwiesprache mit seiner "Krise", einer ausgesprochen übellaunigen Figur mit starker dialektaler Ausprägung. Mit einer Cigar-Box-Gitarre begleitet er sich selbst (im Pyjama) bei seinen heimtückisch simpel gereimten, aber geschliffen bösen Liedern über abwegige Ängste und andere "postlogische Assoziationsketten". Groebner ist eine vergnügliche, den Nerv der Zeit schön persiflierende Tour durch die Verfallsgeschichte, die Welt der Untergangsszenarios und Verschwörungs-Grotesken gelungen. Und sogar die verhängnisvolle Rolle von Vorarlberg im Weltenlauf wird aufgedeckt: Kann es wirklich ein Zufall sein, dass es kein Hinterarlberg gibt? Eben.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-06 14:27:02
Letzte nderung am 2017-10-06 14:39:27



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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

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