• vom 08.11.2017, 17:38 Uhr

Bühne

Update: 08.11.2017, 17:38 Uhr

Salzburger Festspiele

"Kunst kennt keine Moral"




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  • "Passion, Ekstase und Leidenschaft": Markus Hinterhäuser und sein zweites Salzburger Programm.

Stehen vor ihrer zweiten Saison: Schauspiel-Chefin Hering, Intendant Hinterhäuser, Präsidentin Rabl-Stadler und Finanzdirektor Crepaz (v.l.)

Stehen vor ihrer zweiten Saison: Schauspiel-Chefin Hering, Intendant Hinterhäuser, Präsidentin Rabl-Stadler und Finanzdirektor Crepaz (v.l.)© apa/Barbara Gindl Stehen vor ihrer zweiten Saison: Schauspiel-Chefin Hering, Intendant Hinterhäuser, Präsidentin Rabl-Stadler und Finanzdirektor Crepaz (v.l.)© apa/Barbara Gindl

Salzburg. (jubel/apa) Seine erste Salzburger Festspiel-Saison erwies sich als künstlerisch wie finanziell erfolgreich. Die von Markus Hinterhäuser selbst gelegt Latte liegt hoch. Die 2017 geschürten Erwartungen will der Intendant im kommenden Sommer mit "Passion, Ekstase und Leidenschaft" erfüllen - so das Festspielmotto 2018.

Er wolle den inhaltlichen Faden des ersten Jahres rund um das Thema Macht weiterspinnen, so Hinterhäuser. Diesmal stünden allerdings Werke im Mittelpunkt, bei denen "Passion, Ekstase und Leidenschaft" die wesentlichen Kraftfelder einer Macht darstellten, "die von ganz woanders herkommt und das fragile Gleichgewicht der Welt in Unordnung bringen könnte". Immer wieder gibt es den Rückgriff auf antike Stoffe, auf die Tragödie, in der das Abgründige und Obsessive manifest wird. "Die Kunst kennt keine Moral. Sie vermag es, das Tragische in wortreiche Poesie und tönende Raserei zu verwandeln", heißt es dazu im von Kunstwerken Cy Twomblys geschmückten Programmbuch.


Nur auf den ersten Blick scheine die Eröffnungsproduktion, Mozarts "Zauberflöte", hier fremd zu sein, sagte Hinterhäuser. Regie führt Lydia Steier, die ihn 2015 bei den Wiener Festwochen mit ihrer Inszenierung des Händel-Oratoriums "Jephtha" sehr beeindruckt habe. Steier wird die "Zauberflöte" im Großen Festspielhaus aus der Perspektive der drei Knaben inszenieren. Constantinos Carydis dirigiert die Wiener Philharmoniker. Matthias Goerne singt den Sarastro, Bruno Ganz übernimmt die eingefügte Rolle eines Erzählers.

Richard Strauss’ "Salome" ist für Hinterhäuser "noch immer das absolut schockierendste Stück der Operngeschichte". In der Felsenreitschule, die bei der Aufführung eine große Rolle spielen wird, inszeniert Romeo Castellucci, Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker, Asmik Grigorian übernimmt die Rolle der Salome.

Tschaikowskis "Pique Dame" ist als Ersatz-Produktion für die abgesagte Wiederaufnahme der "Aida" aus 2017 innerhalb von zwei Wochen aufgestellt worden. Dass Anna Netrebko die "Aida" nicht mehr singen werde, habe man gewusst - dass Riccardo Muti (76) jedoch aus privaten Gründen nicht mehr Oper in Salzburg dirigieren wolle, "hat uns auf dem falschen Fuß erwischt", so der Intendant. Mit Hans Neuenfels als Regisseur und Mariss Jansons als Dirigent der Wiener Philharmoniker gebe es im Großen Festspielhaus aber "eine sehr schöne und aparte Paarung". Claudio Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" ist nach der halbszenischen Variante des Vorjahres nun als Inszenierung von Jan Lauwers mit seiner Needcompany sowie Dirigent William Christie und Les Arts Florissants im Programm.

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Dokument erstellt am 2017-11-08 16:23:08
Letzte nderung am 2017-11-08 17:38:51



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