• vom 09.11.2017, 16:26 Uhr

Bühne

Update: 09.11.2017, 17:00 Uhr

Theaterkritik

Mit den Waffen einer blinden Frau




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Petra Paterno

  • Thriller-Klassiker "Wait until Dark" ist im Vienna’s English Theatre zu sehen.

Couragiert: Chris Polick und Susy Henderson.

Couragiert: Chris Polick und Susy Henderson.© VET Couragiert: Chris Polick und Susy Henderson.© VET

Der US-amerikanische Thriller "Wait until Dark" (dt.: "Warte, bis es dunkel ist") bezieht seine Spannung aus einer höchst prekären Ausgangssituation: Eine Frau, die vor kurzem ihre Sehkraft verloren hat und die gerade lernt, mit dem Handicap zu leben, wird von drei Ganoven auf äußerst durchtriebene Art hintergangen und bedroht. Im ersten Akt wird die blinde Frau noch in ein raffiniertes Lügengespinst verwoben, der zweite Akt handelt davon, wie die Frau sich mit erstaunlichen Mitteln zur Wehr setzt.

Das Stück, verfasst von Thriller-Experte Frederick Knott, erwies sich vom Start weg als Broadway-Bühnenhit. 1967 wurde das Stück verfilmt, Audrey Hepburn für ihre Darstellung der blinden Protagonistin für den Oscar nominiert. "Wait until Dark" gilt mittlerweile als Klassiker des Genres. Warum das arrivierte Stück, das doch einigen Staub angesetzt hat, nun im Vienna’s English Theatre herauskommt, bleibt ein Rätsel. Einen Thriller glaubhaft auf die Bühne zu bringen, ist ein äußerst ambitioniertes Unternehmen, doch die zweieinhalbstündige Aufführung wirkt eher wie eine Zeitreise. Die Stilmittel scheinen etwas überholt. Bereits die naturalistische Ausstattung von Judith Croft - ein Miniaturstudio samt Dunkelkammer und wackelnden Türen - wirkt antiquiert. Die Darstellung des siebenköpfigen Ensembles gerät überdeutlich, ist dadurch phasenweise etwas gestelzt. Die für das Genre unabdingbare Spannung macht sich in der Regie von Philip Dart rar, auch wenn sich Hauptdarstellerin Hanna Brackstone-Brown redlich bemüht.

Information

Wait until Dark
Vienna’s English Theatre
Wh.: bis 22. Dez.





Schlagwörter

Theaterkritik

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-09 16:29:06
Letzte nderung am 2017-11-09 17:00:42



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Diese Frau macht kopflos!
  2. vergleiche
  3. Ritter, Drachen, Thronies
  4. Morbus Austriacus, unheilbar
  5. Alt, aber sicher nicht blöd
Meistkommentiert
  1. Deutscher Karikaturenpreis für Erdogan-Zeichnung
  2. Verhandler könnten ORF-Gebühr kappen
  3. Gipfelanalysen
  4. "Künstler haben immer recht"
  5. Ein Amerikaner besucht Wien

Werbung



Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.

Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale. Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale.

Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert. Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen.

Werbung



Werbung


Werbung