• vom 12.01.2018, 15:28 Uhr

Bühne

Update: 12.01.2018, 15:38 Uhr

Kabarett

Was nur die kleinen Kinder dürfen




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Mathias Ziegler

  • Die Tirolerin Tanja Ghetta trotzt in ihrem neuen Soloprogramm äußerst liebenswert.



Ein bisserl die Sau rauslassen, so wie die Kleinkinder im Gitterbett, möchte auch Tanja Ghetta. Weil aber die gesellschaftlichen Regeln besagen, dass Großjährige nicht mehr öffentlich trotzen, bleibt es beim Aufstand der Zwerge. Also wird nur auf der Bühne die Trotzphase ausgerufen. Die Tirolerin steigt in das Thema mit sehr viel Selbstironie ein, die sie auch im Verlauf des Abends behält (auch was ihren Dialekt betrifft). Und in weiterer Folge geht es um die beiden gesellschaftlichen Felder, in denen der Trotz am häufigsten in geballter Form auftritt: Kinder und Beziehungen.

Und Ghetta ist in beiden Beschlagen, weil sie a) Kindergärtnerin ist und b) einen Freund hat. Selbst hat sie zwar keine Kinder, "aber ich war ja selbst einmal eines", erklärt sie trotzig. Und erzählt vom Kirchgang im Tiroler Kaff, in dem sie aufgewachsen ist, und von der Freiheit des Landlebens ohne Fernseher und Handy, bevor sie sich dem Mann-Frau-Ding zuwendet. Hier besteht massiver Aufklärungsbedarf, und so räumt Ghetta mit den großen Missverständnissen zwischen den Geschlechtern auf, die zum Scheitern von Beziehungen führen. Vor allem geht es (nicht nur in diesem Zusammenhang) um die Frage, ob man lügen darf - und wann man lügen sollte. Passend zum Thema Mann und Frau hat auch der Schöpfer selbst mehrere Gastauftritte - in Form einer wuscheligen Handpuppe, deren Spiel freilich noch besser wirkte, könnte Ghetta tatsächlich bauchreden.

Information

Kabarett

Tanja Ghetta: Trotzphase

Wh.: 16. Jänner, Kulisse Wien;
19. Jänner, Casino Linz;
25. Jänner, Acadamy Bar Salzburg

Nach dem lieben Gott sind kurz die G20-Staatschefs dran, denn Ghetta ist überzeugt: Als Kindergärtnerin mit Schwerpunkt Sonderpädagogik wäre sie auch für die hohe Politik bestens gerüstet. Passagen wie diese hätte man gerne noch mehr von ihr. Hier kommt ihr feinsinniger, zarter Humor am besten zur Geltung.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-12 15:32:06
Letzte nderung am 2018-01-12 15:38:16



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Tausend Tränen tief
  2. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  3. Neue Wege auf dunklen Straßen
  4. berühmt & berüchtigt
  5. Im Zeichen von #MeToo
Meistkommentiert
  1. Pandoras Übersetzungswerkstatt
  2. Kurz besucht Berlin - "taz" kommentiert mit Biss
  3. "Wir sind ein dummes, gewalttätiges Land"
  4. Das Mittelmaß des Wahnsinns
  5. Kunst- und Kulturverbände präsentieren Forderungen an die Regierung

Werbung



Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer.

Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.

Werbung



Werbung


Werbung