• vom 03.04.2012, 16:23 Uhr

Bühne

Update: 03.04.2012, 16:34 Uhr
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Staatsballett-Chef Manuel Legris über seine traditionelle Programmierung und seine Zukunftspläne

"Wir sind jetzt am Limit"



Hart, aber vertrauensvoll: Manuel Legris verlangt seinen Tänzern einiges ab.

Hart, aber vertrauensvoll: Manuel Legris verlangt seinen Tänzern einiges ab.© APA/HELMUT FOHRINGER Hart, aber vertrauensvoll: Manuel Legris verlangt seinen Tänzern einiges ab.© APA/HELMUT FOHRINGER

Ja, offensichtlich hab ich bei der Programmierung nicht viele Fehler gemacht. Den idealen Spielplan für jedermann gibt es nicht, das ist mir klar. Vielleicht denken manche, er ist zu traditionell, aber das ist für mich die essenzielle Basis einer Ballettkompagnie: ein großes und starkes Repertoire wie etwa die Nurejew-Choreografien, die vom Wiener Publikum geliebt werden. Auch die drei Premieren der kommenden Saison stärken die künstlerische und programmatische Balance. Mit fünf großen Klassikern sind wir jetzt am Limit.

Inwiefern?

Am Limit des Arbeitspensums. Viele Vorstellungen sind zwar anstrengend, aber "killen" nicht die Tänzer. Das passiert nur, wenn man an einem Abend "Dornröschen" und am nächsten Mats Ek tanzt. Viele Vorstellungen bringen Sicherheit.

Tänzer sind selten zufrieden mit sich selbst. Sind Sie zufrieden mit Ihrer Arbeit?

Grundsätzlich schon. Die Logistik der beiden Bühnen - Volksoper und Staatsoper - macht es schwierig für neue, große Kreationen, da möchte ich eine Lösung finden. Schritt für Schritt. Das braucht noch Zeit, gute Choreografen sind lange im Vorhinein verplant.

Apropos Planung. Ihr Vertrag läuft bis 2015. Ihr Chef Dominik Meyer und Franz Welser-Möst haben ihre Verlängerung bereits bekanntgegeben. 2015 wird die Ballett-Chefin der Pariser Oper, Brigitte Lefèvre, ihr 20-jähriges Amtsjubiläum im Alter von 71 Jahren feiern. Werden Sie zurückgehen?

Für die Sparte Oper ist es notwendig, sehr viele Jahre im Voraus Verträge mit Stars zu sichern. Ich beginne jetzt erst, die Saison 2013/14 zu planen. Ich liebe meine Arbeit und die Kompagnie, aber ich will mich auch gar nicht unter Druck setzten lassen, mir Gedanken über einen Vertrag zu machen. Wenn die Frage auf den Tisch kommt, werde ich antworten. Bis dahin nimmt alles seinen natürlichen Lauf. Jetzt bin ich hier und das war das Beste, was mir passieren konnte. Ich habe nie meine Karriere geplant, es hat sich alles immer ergeben. Ich habe keine Erklärung dafür, außer dass ich immer sehr viel gearbeitet habe, die Menschen respektiere, zuhöre und mir dadurch das Vertrauen vieler erarbeitet habe. Vielleicht bleibe ich die nächsten 20 Jahre hier. Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft mir bringen wird.

Sie sagten zu Ihrem Amtsantritt, dass Sie eine Kooperation mit ImPulsTanz eingehen möchten. Wird diesen Sommer etwas daraus?

Ich möchte so viel machen, aber es wird bald zu viel. Karl Regensburger ist an mich herangetreten, ob wir eine Kooperation starten könnten. So wird es im Juli eine Gala im Burgtheater geben, bei der ich mit Aurélie Dupont Kyliáns Kreationfürmich tanzen werde. Eine Mini-Kooperation sozusagen. Es gibtfürmich noch so viel zu tun.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-03 16:29:07
Letzte Änderung am 2012-04-03 16:34:52


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