Dass man auf die Schule doch nicht ganz verzichten kann, ist eine der Aussagen des Stücks. "Bildung und Schule sind sehr wichtig, obwohl wir es ungern zugeben. Aber das ist unsere Zukunft", sagt Yonca Varol, die als Hausmeisterin im Stück auftritt. Auch das Thema Rassismus ist im Stück präsent. "Wir zeigen, wie wir uns in der Außenwelt erleben", meint Sherin Serifoska. Sie ist in Wien geboren, ihre Eltern kommen aus Mazedonien. Und die iranisch-stämmige Nazanin Beykzadeh hält fest: "Es ist ein gemischtes Gefühl als Migrant. Viele haben Vorurteile gegen Migranten. Es gibt überall gute und schlechte Menschen." Bei Migranten würden negative Stereotype dominieren. "Sie glauben, dass alle so sind. . ."
Beispiele für Alltagsrassismus gebe es genug. "Als wir gestern in der U-Bahn waren, haben uns ein paar besoffene Mädchen beschimpft", erzählt Nazanin Beykzadeh. "Eine Schauspielerin von uns trägt ein Kopftuch. Die haben gesagt: Schleicht Euch zurück in die Türkei. Mich hat sehr gestört, dass sich niemand eingemischt hat." Sherin Serifoska erzählt, wie man im Supermarkt beschimpft wird, weil man in der Muttersprache redet. "Man merkt nicht, wie präsent der Rassismus ist", erzählt Björn Puhr. "Wir wollen das nicht schönreden." Nazanin Beykzadeh betont: "Wir wollten zeigen, wie es ist, wie man sich fühlt und ich hoffe, dass das Publikum davon lernt. Wenn man einen Menschen nicht kennt, kann man nichts über ihn sagen." Doch die Diskriminierung ist nicht die einzige Belastung, von der die Jugendlichen erzählen: Sie erwähnen auch die fehlende Gleichberechtigung der Frau daheim bei den Familien. Weil das Thema Familie für sie wichtig ist, haben sie daher von sich aus neue Familien-Szenen in das Stück eingebaut.
Alle wollen später maturieren, einen Job finden und studieren. Und: "Wir wollen nicht so sein wie die Eltern. Sie haben nicht die Bildungsmöglichkeiten gehabt wie wir." Ihre Zukunft sehen sie in Österreich: "Hier ist meine Heimat", meint Beykzadeh. "Nach drei Wochen will ich zurück nach Österreich. Auch in meinem Herkunftsland werde ich als Ausländer bezeichnet", erzählt Serifoska.
Das Projekt war eine große Herausforderung. Von der Chance von Kunst und Medien sind die Jugendlichen überzeugt. "Hier hat man mehr Freiheit, als in der Politik", meint Björn Puhr.
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