Petra Morzé (l.), Irina Sulaver und Bernd Birkhahn jausnen wieder einmal Marmelade. - © apa/R. Werner

Theaterkritik

Mörderische Marillenmarmelade

  • Franz-Xaver Mayr inszeniert die groteske Familiengeschichte "Kartonage".

"Damit immer was da ist", kocht Mutter Werner Tag ein Tag aus Marillenmarmelade - und Papa Werner isst sie dann ganz brav. Etwas Anderes gibt es ja nicht zu tun: Das Paar lebt seit 20 Jahren in einem Karton - Staubsauger an der Wand, Sitzecke und Herd (natürlich nur, um Marillenmarmelade einzukochen) reichen aus im Werner-Universum... weiter




Protest in Berlin.

Volksbühne Berlin

"Entspannt bleiben"

  • Die Volksbühne wird seit Tagen von einer Künstlergruppe besetzt. Was ist los in Berlin?

Seit vergangenem Freitag Nachmittag besetzen Aktivisten die Berliner Volksbühne. Der Probenbetrieb ruht, auf der Bühne finden Versammlungen statt, basisdemokratische Arbeitsgruppen schwirren durchs Haus. Zum täglichen Protest-Programm gehören Kinderschminken, improvisierte Theaterperformances und "Einführung in die Marxsche Kapitalismuskritik"... weiter




Theaterkritik

Bobos auf dem Land2

  • Volker Schmidt bringt sein Stück "Freiheit" heraus.

Was passiert, wenn eine Gruppe gebildeter, liberaler Städter ein Wochenende in einem Haus auf dem Land verbringt? Diese Frage versucht die "new space company" um Regisseur und Autor Volker Schmidt in "Freiheit" zu erkunden. Auf der Suche nach neuen Bühnenräumen wurde eine alte Lagerhalle und ehemalige Autowerkstatt im 2... weiter




Flor Wilson,

Theaterkritik

Zukunft und Gerechtigkeit2

  • Theater Drachengasse startet mit einem breit gefächerten Angebot in die neue Saison.

Er ist ein ehemaliger Gefängnisaufseher, der nun selbst im orangenen Jumpsuit steckt. Autor Robert Schenkkan konstruiert in "Building the Wall" ein Zukunftsszenario: 2019 wird US-Präsident Donald Trump seines Amtes enthoben. Die Historikerin Gloria (Flor Wilson) interviewt in dem Zwei-Personen-Stück den nun selbst gefangenen Gefängnisaufseher Rick... weiter




Doris Weiner, Michael Abendroth. - © lupispuma

Theaterkritik

Leichtigkeit und Schwere des Alters1

  • Das Volkstheater zeigt in den Bezirken das "Das Haus am See".

"Ich wusste nicht, dass wir wütend aufeinander waren, ich dachte, wir können uns einfach nicht leiden." So spricht der Vater zur Tochter - ein schwieriges Verhältnis. Doch Norman bringt auch seine Frau Ethel mit seinen zynischen Äußerungen über das Altern in Rage: Er ist 80, sie 70, und gemeinsam verbringen sie den 48. Sommer in ihrem Ferienhaus... weiter




- © Axel Hesse

Kabarett

"Lebhafte Demokratie braucht Streit und Auseinandersetzung"2

  • Der deutsche Kabarettist Urban Priol im Kurzinterview über Erdogan, seine Rückkehr in "Die Anstalt" und sein aktuelles Programm.

"Wiener Zeitung": Ihr aktuelles Programm heißt "gesternheutemorgen". Darf sich Ihr Publikum also einen Rückblick, eine Halbzeitbilanz und eine Zukunftsprognose erwarten? Urban Priol: Ich habe mir vor einiger Zeit mal überlegt, wie lange ich das eigentlich schon mache: Das sind mittlerweile 35 Jahre. Ich habe damals mit Helmut Kohl gemeinsam... weiter




Theaterkritik

Freiheit für "Super O"

  • Performative Stadterkundung zum Nabel der Welt.

Eigentlich dürfte diese Theaterkritik gar nicht erscheinen. Die Besucher der performativen Stadterkundung "Tour de Nombril" (deutsch: "Reise zum Nabel der Welt") wurden zum Stillschweigen über das Gesehene verpflichtet. Oberste Geheimhaltung gilt einem sensationellen Fund: Bei Bauarbeiten in Aspern (die Seestadt ist Schlusspunkt der fünfstündigen... weiter




Wohltönendes Duo: Borras und Peretyatko. - © Pöhn/Wiener Staatsoper

Opernkritik

Komm, blasser Tod5

  • Klangschön, aber spannungsarm: "La traviata" unter James Gaffigan an der Staatsoper.

Sechs Jahre ist die "Traviata" der Wiener Staatsoper mittlerweile alt; bis heute hat sie nichts von ihrer Bedeutungslosigkeit verloren. Blicken wir zurück: Die Sehenswürdigkeit der Premiere war vor allem Natalie Dessay, umgeben von fünf, sechs Requisiten auf einer kargen Großraumbühne - und von einer Handvoll Hinweisen auf so etwas wie eine... weiter




Befindet sich im "Interregnum der Satiriker": Alfred Dorfer. - © Michael HetzmannsederInterview

Interview

"Man hat nicht mehr diesen Zorn"29

  • Alfred Dorfer will altersbedingt jetzt Satire mit mehr Gelassenheit machen. Ein Gespräch über empörte Internetlemminge, heuchlerische Anständigkeit und das Schrulligwerden.

"Wiener Zeitung": Seit Ihrem letzten Programm sind elf Jahre vergangen, "Dorfers Donnerstalk" gibt es auch schon seit sieben Jahren nicht mehr - haben Sie die ganze Zeit keine Lust gehabt? Alfred Dorfer: Nach acht Jahren Donnerstalk denkt man nach, ob man noch das richtige Feuer hat, und da hat es sich ergeben... weiter




Percussionshow: "Groove" von Theater foXXfire!. - © R. Berson

Dschungel-Saisonstart

Gott und der Groove

  • Zur Spielzeit-Eröffnung im Dschungel singen die Göttinnen und klatschen die Fabriksarbeiter.

Der Dschungel, das Theaterhaus für junges Publikum im Museumsquartier, eröffnet gleich mit zwei Premieren. Einmal von der seit 2003 emsig produzierenden schallundrauch agency. Einmal von Theater foXXfire!, einer 1991 von Dschungel-Intendantin Corinne Eckenstein gegründeten Plattform. Zwischen den Premieren Sektbuffet und eine fröhliche Ansprache... weiter




Schäferstündchen interruptus: Moricet (Martin Niedermair) und Leontine (Pauline Knof) haben kein Glück beim Seitenspringen. - © E. Reismann

Theaterkritik

Späßchen mit Häschen3

  • Georges Feydeau als Screwball-Komödie: "Wie man Hasen jagt" in der Josefstadt.

"Boschua", sagt er, der gehörnte Ehemann. Auch sonst ist sein "Französisch" nicht gerade lupenrein. Den Überblick hat er schon gar nicht, der tapsige Monsieur Cassagne (Holger Schober), aber wer hat den schon in einem Georges-Feydeau-Stück. Ein solches hatte am Donnerstag im Theater in der Josefstadt Premiere: "Wie man Hasen jagt"... weiter




Effektvolles Körpertheater: Startschuss mit "Caligula" am Berliner Ensemble, v.l.n.r: Felix Rech, Aljoscha Stadelmann, Annika Meier, Patrick Güldenberg und Constanze Becker als Caligula. - © Julian Röder

Theaterkritik

Tanz und Blutbad

  • In der deutschen Hauptstadt beginnt an der Volksbühne und am Berliner Ensemble eine neue Ära.

So viel Anfang ist selten. Gleich an zwei Renommierbühnen der deutschen Hauptstadt beginnt mit der neuen Spielzeit auch eine neue Intendanz. Chris Dercon und Oliver Reese beziehen ihre Posten am Rosa-Luxemburg-Platz und am Schiffbauerdamm. Nicht ohne, dass ihre beiden so grundverschiedenen, legendären Vorgänger Frank Castorf (66) und Claus Peymann... weiter




Tatort Bühne: "vernichten . . ." handelt von Tätern. - © Katrin Kroencke

Theaterkritik

Vor der Tat1

  • Die Theaterformation "Einmaliges Gastspiel" untersucht mit "vernichten . . ." ambivalente Gründe für Verbrechen.

Gabriela Hütter und Katrin Kröncke queren die Bühne im KosmosTheater. Sie tragen schwarze Röcke und weiße Schürzen. Mit kontrollierten Stimmen beginnen sie zu sprechen. Erzählen von den Schwestern Christine und Léa Papin. 1933 haben sie Frau und Tochter der Familie, bei der sie als Hausmädchen lebten, getötet... weiter




Berthold Foeger (Klavier), Theresia Haiger und HelmuthVavra (Gesang und Plauderei) gehen mit ihren Fans auf eine Zeitreise durch 25 Jahre Heilbutt & Rosen, begleitet von NavidDjawadi (Bass) und Gerfried Krainer (Schlagzeug).
- © Antonia Renner

Kabarett

"Wir sind alt und brauchen das Geld"3

  • Mastermind Helmuth Vavra über das Best-of von Heilbutt & Rosen.

"Heilbutt & Rosen singen um ihr Leben" wurde für den 7. Oktober im Wiener Stadtsaal angekündigt – zwischenzeitlich wurde allerdings der Titel des Best-of-Programms von Heilbutt & Rosen geändert: "Best of - 25 Jahre" heißt es jetzt schlicht. Mastermind Helmuth Vavra erklärt dazu mit einem kleinen Schmunzeln: "Zustande gekommen ist der... weiter




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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

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