Katie La Folle singt, tanzt - und macht dazwischen auch ein bisschen Yoga. Foto: Jules Stipsits

Kabarett

Selbstfindung mit (T)Indern

  • Showgirl Katie La Folle zwischen Yoga, Partnersuche und Webinaren.

Es ist mehr Cabaret als Kabarett, was Katrin Immervoll alias Katie La Folle zu Beginn ihres neuen Soloprogramms "Finden" auf die Bühne bringt. Um nicht zu sagen: Burlesque. Und so freizügig, wie die mitteljunge Dame (die ausgiebig mit ihrem 30. Geburtstag hadert) über die Bühne tänzelt, ist sie auch verbal... weiter




Mit Lederhose, Bungee-Seil, Wurfzelt und Wiener Schmäh brachte einzig "Papageno" Daniel Schmutzhard Farbe und Lebendigkeit in die kargen Bilder. - © Herwig Prammer

Opernkritik

Mit Flöte, ohne Zauber14

  • René Jacobs dirigiert eine zahme "Zauberflöte", Torsten Fischer liefert die karg-banalen Bilder dazu.

Die Schlange, vor der Tamino im ersten Bild flüchtet, ist eine Horde lüsterner Frauen. Die Vögel, die Papageno für die sternflammende Königin fängt: gefügig gemachte Frauen. Und auch die wilden Tiere, die der Prinz mit der Zauberflöte zähmt, sind überraschenderweise: sich willig räkelnde Frauen. So schwarz-weiß wie die Kostüme und das Bühnenbild... weiter




Danton im Blaumantel: (v.l.n.r.) Michael Scherff, Silja Bächli, Bettina Kerl, Catherine Dumont, Tobias Artner. - © Alexei Pelekanos

Theaterkritik

Freiheit, Gleichheit, Eintönigkeit

  • Regisseurin Alia Luque eröffnet mit "Dantons Tod" die Spielzeit im Landestheater Niederösterreich.

Die Regisseurin Alia Luque, 1978 in Barcelona geboren, kam mit einigen Vorschusslorbeeren nach Österreich. Eine ihrer Düsseldorfer Inszenierungen war 2015 zum Nachwuchsfestival "Radikal jung" in München eingeladen worden. Seither inszeniert sie am Burgtheater, in Graz und seit der vergangenen Spielzeit auch in St. Pölten... weiter




Selfiepose: die "Schickeria" aus "I am from Austria". - © Deen van Meer

Musical

Rot-weiß-rotes Marzipan19

  • "I am from Austria": Bemühte Selbstironie und triviales Pathos im Fendrich-Klang.

Natürlich, es hätte schlimmer kommen können. Die Vereinigten Bühnen Wien hätten sich entschließen können, ein Musical nur mit den Hits von DJ Ötzi zu machen. Das wäre musikalisch, nun ja, eintöniger geraten als "IamfromAustria". Das kann wenigstens mit den allseits beliebten Liedern von Rainhard Fendrich aufwarten. Und das war es dann auch schon... weiter




Messianische Erwartungshaltung an Sebastian Kurz. - © Simpl/Madwar

Kabarettkritik

Vor dem Aufprall39

  • Premiere des neuen Programms "Im freien Fall" im Simpl.

Es ist Wahlkampf - dankbare Zeiten für Kabarettisten: So mancher Politiker liefert ja schon unfreiwillig eins zu eins die Witzvorlagen. Im Kabarett Simpl ging es bei der Premiere von "Im freien Fall" primär um Sebastian Kurz und die geradezu messianische Erwartungshaltung an ihn. Doch auch andere bekommen ihr Fett ab, egal ob Begegnungszonendrama... weiter




Opernkritik

Herzhaft gemeuchelt10

Richard Strauss’ progressiver Kompositionshöhepunkt im blutrünstigen Wortgewand des Oscar Wilde: Dieser Abend im Haus am Ring konnte nur ausverkauft sein. Und so machte sich das fröhliche Wiener Publikum wieder frisch ans aristokratische Gemeuchel. Mit ihrem geschätzt souveränen Sopran voller Kraft und der unbedingten Bereitschaft zur... weiter




Kabarett

Alles schon da gewesen – und alles gut2

  • Leo Lukas und Simon Pichler machen einen Streifzug durch 100 Jahre Kabarettgeschichte.

Das Beste aus plus/minus 100 Jahren – so ließe sich "Fremde (teeren und) Federn" zusammenfassen. Leo Lukas und Simon Pichler haben den Titel ihres neuen Duoprogramms insofern treffend gewählt. Denn sie schmücken sich mit fremden Federn, stehen aber voll dazu, dass sie zu gefühlten 95 Prozent vorangegangene Generationen an Kleinkünstlern... weiter




Mitleidlose Arbeitswelt: Mit "Extremophil" (Birgit Stöger, Peter Fasching, Sebastian Klein) eröffnet Volx/Margareten. - © R. Polster

Volx/Margareten

Volx/Margareten als Spielort etabliert

  • Auch heuer fast nur Erst- und Uraufführungen.

(pat) Jedes größere Theaterhaus, das etwas auf sich hält, etabliert gern eine Nebenspielstätte. Wobei das Schicksal der Studiobühne dann häufig auf Messerschneide steht. Auch das Volx/Margareten (vormals: Hundsturm), die Nebenspielstätte des Volkstheaters, stand schon auf der Streichliste. Doch in den beiden Spielzeiten von Intendantin Anna Badora... weiter




Theaterkritik

Unerwünschter Besuch

  • Fritzpunkt vergräbt sich in das Werk von Marianne Fritz.

Donnerstag Abend zieht ein Sturm über Wien hinweg. Ich betrete eine wenig einladende Stadtvilla in der Eitelbergergasse im 13. Wiener Gemeindebezirk. Alles finster. Niemand da. Dabei hatte das Kollektiv fritzpunkt zur "Materialschlacht für eine andere Ordnung der Dinge" geladen. "Das komplette Kunstwerk. Da fehlt nix", stand im Pressetext zu lesen... weiter




Elfriede Jelinek  erhält den "Der Faust". - © APA/ROLAND SCHLAGER

Literatur

Lorbeeren für Elfriede Jelinek

  • Die Österreichische Schriftstellerin erhält den Deutschen Theaterpreis für ihr Lebenswerk.

Leipzig. Die österreichische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek bekommt den Deutschen Theaterpreis "Der Faust 2017" für ihr Lebenswerk. Die 70-Jährige sei eine unüberhörbare Stimme im öffentlichen Geschehen, seit Beginn ihres Schaffens gelte sie als Provokateurin, teilte der Deutsche Bühnenverein am Freitag in Leipzig mit... weiter




Theaterkritik

Desperate Hausfrau

  • Shirleys Aufbruch in ein neues Leben im English Theatre.

Vor der Pause englische Popmusik, am Ende Alexis Sorbas. Shirley Bradshaw, eine 46-jährige Hausfrau, redet zur Küchenwand, an der ein Kalender den Juni 1987 anzeigt, über ihr Leben und ihre Sorgen. Die Kinder sind aus dem Haus, ihr Mann Joe spricht kaum noch mit ihr und erwartet nur pünktlich sein Essen... weiter




- © Ernesto Gelles

Kabarett

Die Empathie des Aspergerianers17

  • Das zwölfte Soloprogramm von Gunkl dreht sich diesmal mehr um Günther Paal.

"‚Wenn der Herbst eine Frau wäre, müsste er Paul heißen und nach Brot riechen.‘ Poesie halt." Wenn Günther Paal alias Gunkl sein zwölftes Soloprogramm mit diesem Einstiegssatz beginnt, ist immerhin eines klar: Es wird philosophisch. Und zwar sehr. Aber auf einem Niveau, das - Schachtelsätze hin oder her - das Publikum mitkommen lässt... weiter




Übermutter mit einigen starken Momenten: Maria Happel (r.). - © Volksoper/Pálffy

Musicalkritik

Eine schwierige Kiste21

  • Existenzdrama trifft Blödelei: "Gypsy" an der Volksoper Wien.

Es ist schwer einzusehen, warum der "Shrimps-Cocktail" seinen Namen trägt. Untersucht man das kunterbunte Gemisch mit einem Löffel, tritt vor allem Soße zutage. Und Ananas. Und Erbsen. Nur Shrimps, die sind ein rarer Gast. Ähnlich verhält es sich mit den Highlights der ersten Volksopernpremiere der Saison... weiter




Star der Produktion ist die Wald-Bühne von Lothar Holler, in der sogar (digitales) Feuerspucken möglich ist. - © apa/Herbert Neubauer

Theaterkritik

Furzkissen im Elfenwald15

  • Burgtheater: Leander Haußmann zeigt Shakespeares "Sommernachtstraum" als Hippie-Herrenwitz.

Als Premiere bezeichnet man gemeinhin die erste Aufführung einer Produktion vor zahlendem Publikum. Nicht so beim aktuellen "Sommernachtstraum" am Burgtheater. Da entschied man 20 Stunden vor der Premiere am vergangenen Mittwoch, mehr Probenzeit zu brauchen und auf Sonntag zu verschieben. Die bereits verkauften Vorstellungen dazwischen benannte man... weiter




zurück zu Kultur


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Wie gewonnen, so verschwunden?
  2. Kein "Irrer mit der Bombe"
  3. Heiter dem Tausender entgegen
  4. "Nicht mit uns"
  5. Bob Dylan kommt nach Österreich
Meistkommentiert
  1. Die Kamera als Schutz
  2. "Ohne Polen kollabiert London"
  3. Sophie Rois ärgert sich über "Peniszulage"
  4. Beethoven-Skulptur in Wien enthüllt
  5. Zu kurzsichtig

Werbung



CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Werbung



Werbung