Pater Lorenzo mal zwei: Roman

Ballettkritik

Weder Nachtigall noch Lerche5

  • Davide Bombana choreografiert Hector Berlioz’ "Roméo et Juliette" für das Wiener Staatsballett.

Wer sich die zarte, tragische Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Auch verzichtet Davide Bombana auf die berühmten Szenen, die das Ballett "Romeo und Julia" - in der Musik von Sergei Prokofjew - ausmacht: keine Balkonszene, kein Rittertanz, keine Freundinnen der Braut. Vielmehr ist es in "Roméo et Juliette"... weiter




Uu, aa, eiei: Philipp Karajev, Grischka Voss beim Zaubern. - © R. Berson

Theaterkritik

Lasst die Besen tanzen2

  • Grischka Voss bezaubert als "Kleine Hexe" im Dschungel Wien.

Otfried Preußler, 2013 im Alter von 89 verstorben, gehört zu den ganz großen Geschichtenerfindern für junge Leser. Sein Buch "Die kleine Hexe", 1957 erschienen, ein zu Herzen gehendes Plädoyer, wie man mit Witz und Zauberkraft die Welt verbessern könnte, ist nach wie vor Dauerbrenner in den Kinderzimmern... weiter




Feminine Rollenspiele: (v. l. n. r) Suse Lichtenberger, Michèle Rohrbach, Martina Rösler, Jelena Popr an im Kosmos. - © Bettina Frenzel

Theaterkritik

Mama ante portas3

  • Komplexe Mutter-Tochter-Beziehungen im Wiener Kosmos Theater.

"Ich möchte etwas tun für die Welt, haben Sie Verwendung für mich?", fragt Rahel. Die Bühnenfigur aus dem Stück "Muttersprache Mameloschn" begibt sich auf die Suche nach sich selbst - und fährt zu diesem Zweck nach New York. Zurück lässt sie ihre Mutter Clara, die in der DDR aufgewachsen ist und ihre Großmutter Lin... weiter




Theaterkritik

Wo lebt Gott?1

  • Ulrich Hubs Kinderklassiker im Kasino.

Da rätseln drei Pinguine über die Existenz Gottes: Gibt es den Allmächtigen nun oder nicht? Gesehen hat ihn bekanntlich noch niemand. Der Gottesbeweis stellt sich in Ulrich Hubs Kinderstück "An der Arche um acht", das nun im Burg-Kasino am Schwarzenbergplatz zu sehen ist, in Form einer Sintflut dar. Angelehnt an die Arche Noah aus dem Alten... weiter




Deftige Bilder mit Sandra Cervik (Elisabeth) und Tonio Arango (Graf von Leicester). - © Moritz Schell

Theaterkritik

Kurz und schmerzvoll12

  • Friedrich Schillers "Maria Stuart" als 100-Minuten-Verschnitt im Theater in der Josefstadt.

Vor dem Vorhang ist hinter dem Vorhang. Lautsprecherdurchsagen der Abendregie: "Beginn in fünf Minuten". Ein Schauspieler in Polizeimontur fährt mit dem Staubsauger die Schaurampe ab. Klares Signal: Hier ist Klassikerentstaubung angesagt! Eine aufgedonnerte Zicke setzt sich vor den Schminktisch und probiert die Stimme aus: Bühnen- und Wiener... weiter




Elena Pankratova gestaltete die Titelrolle mit vielschichtigem Spiel. - © Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Mit dem Paternoster ins Inferno10

  • Elena Pankratova debütierte als Elektra in der Wiener Staatsoper.

Ein dunkler Kohlekeller, in dem geschundene Seelen ihr Dasein fristen und einzig ein etwas deplatzierter Paternoster den Weg in die Freiheit erahnen lässt. Noch ehe man, von Uwe Eric Laufenbergs Bühnenbild irritiert, auf ein verzweifeltes "Gott, welch Dunkel hier!" wartet, erhebt Ingo Metzmacher den Taktstock. D-Moll. Fortissimo. Elektra... weiter




MuTh-Intendantin Elke Hesse: "Pionierin sein, eine Kultureinrichtung auf den Weg bringen, ist für mich eine ungemein tolle Herausforderung." - © Moritz Schell

Interview

"In Wien verankert"

  • Fünf Jahre MuTh: Intendantin Elke Hesse über den Konzertsaal der Sängerknaben und neue Pläne.

Wien. Am Samstag, 9. Dezember, feiert das MuTh, der Konzertsaal der Wiener Sängerknaben im Augarten, fünfjähriges Jubiläum. Die "Wiener Zeitung" traf Intendantin Elke Hesse während der Festvorbereitungen. "Wiener Zeitung":Anfangs war der Bau eines neuen Konzertsaals für die Wiener Sängerknaben äußerst umstritten... weiter




- © B. Pálffy

Interview

Der Dirigent - ein Kapitän7

  • Gerrit Prießnitz, Dirigent der Staatsballett-Premiere, über Tempi-Gratwanderungen für Tänzer und den hitzköpfigen Berlioz.

Wien. Mit "Romeo und Julia" verbindet man eher Prokofjew: Den "Tanz der Ritter" etwa haben sich auch Autohersteller und die Casinos Austria für ihre Werbungen einverleibt. Choreograf Davide Bombana hingegen verwendet für sein "Roméo et Juliette" die gleichnamige Symphonie dramatique von Hector Berlioz - und kreiert ein neues Werk für das... weiter




Von wegen "unsingbar": Schager als Apoll. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Wundersame Wiederkehr6

  • Die Staatsoper zeigt erneut ihre "Daphne" - mit Hausdebütant Andreas Schager.

Bukolische Gefilde, dionysische Triebe, apollonische Verklärung: Richard Strauss’ "Daphne" hat es mit ihrem allzu schwerfälligen, pathetischen Topos nie leicht beim Publikum gehabt. Bei der Wiederaufnahme des Stücks an der Staatsoper, hier zuletzt vor sechs Jahren zu sehen, lösten sich die zahlreichen Schwierigkeiten des Werks auf wundersame... weiter




(v. l.) Stefanie Reinsperger, Valery Tscheplanowa, Aljoscha Stadelmann.

Theaterkritik

Auf der Schattenseite2

  • Am Berliner Ensemble inszeniert Frank Castorf Victor Hugos "Les Misérables".

Bei William Shakespeare liegt Böhmen (im "Wintermärchen") bekanntlich am Meer. Und niemanden stört es. Bei Frank Castorf und Aleksandar Denić liegen Paris in der Karibik und Havanna an der Seine. Und niemand wundert sich darüber. Dass man eine Theater-Melange aus Victor Hugos Romanmonstrum "Les Misérables" und Versatzstücken aus dem größten... weiter




Opernkritik

Nothung, neidliches Brotmesser12

  • Das Theater an der Wien springt an drei Opernabenden quer durch Wagners vierteiligen "Ring des Nibelungen". Seine Sinnhaftigkeit kann das Projekt nicht nachweisen, zudem fehlt es an tauglichen Stimmen. Die Regie liefert gemischte Resultate.

Es ist nicht leicht, den ersten Laut dieses Opernabends zu verschriftlichen. Das Orchester schweigt, drei Menschen stehen an der Rampe. Ein Mann tut dabei so, als würde er einem anderen ein Metallrohr in den Rücken rammen, eine Frau sieht ihm zu. Dem stürzenden Opfer entfährt ein Geräusch; es lautet so ungefähr: "Ög"... weiter




An early ear trumpet on display at the New York Historical Society's exhibition of 'Firsts,' 1950s. (Photo by Three Lions/Getty Images) - © Getty Images

Theater

Theater zum Zuhören

  • Live-Hörspiele von Audiamo: Egal, ob in absoluter Dunkelheit oder auf beleuchteter Bühne.

Wen du heute kannst ermorden, den vertröste nicht auf morgen. Eine skurril-morbide Kriminalerzählung unter diesem Motto kreischt geradezu nach Oscar Wilde. Im Untertitel nennt er die Geschichte von "Lord Arthur Saviles Verbrechen" eine "Studie über die Pflicht". Als Lord Arthur von einer Handleserin vorausgesagt wird, dass er jemanden töten werde... weiter




In der Trieb-Manege: "Lulu" Agneta Eichenholz und "Maler" Jörg Schneider. - © Wr. Staatsoper/Michael Pöhn

Opernkritik

Gefangene der Lust4

  • Die "Lulu"-Neuauflage an der Staatsoper ist musikalisch hervorragend und szenisch schlüssig.

Hinter all der tosenden Dramatik und Schroffheit, gar nicht so tief unter der formal 12-tönenden Strenge und den sich daraus ergebenden Reibflächen hat er eine berückende Zartheit, ja beinahe Zärtlichkeit aufgespürt, hat die Intimität der Partitur herausgeschält und die dringliche Zerrissenheit, die diese den Protagonisten beschert... weiter




Tim Breyvogel, Bettina Kerl in "Erleichterung". - © Landestheater Niederösterreich, Alexi Pelekanos

Theater

Das Opfer verpatzt die Sühne7

  • "Erleichterung" von Árpád Schilling und Éva Zabezsinszkij im Landestheater St. Pölten.

St. Pölten. Druck aufbauen bis zum mehr zynischen als ironischen Happy End. Um den festlichen Familientisch herum sitzen endlich Vater und Mutter und die erwachsene Tochter. Großvater, ruraler Patriarch und politischer Strippenzieher, erhebt das Glas: "Darauf trinken wir! Felix schreibt wieder." Felix, der Schriftsteller in einer Schaffenskrise... weiter




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Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer.

Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede Ein Gruppenfoto der PreisträgerInnen.

CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey, Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte.

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