"An Wünschen festhalten, auch wenn sie utopisch sind." Doris Uhlich und Michael Turinsky erhielten den Spezialpreis. - © apa/H. Punz

Nestroypreis

Utopie und Chaos2

  • Die 18. Nestroy-Gala war politisch, spontan und amüsant wie lange nicht mehr.

"Dass es so ein schöner Abend wird, hätte ich nicht gedacht," sagte Joachim Meyerhoff bei seiner Dankesrede. Ähnlich überrascht waren wohl die meisten Besucher: Die 18. Gala der Nestroy-Preisverleihung war ein Hit. Meyerhoff wurde übrigens für seine Darstellung in Thomas Melles "Die Welt im Rücken" als bester Schauspieler geehrt... weiter




- © apa/Neubauer

Kulturpolitik

Designierter Staatsopern-Chef kann Doktortitel behalten

  • Bogdan Roščić habe lediglich im Vorwort der Dissertation plagiiert.

Wien. Die Universität Wien hat das Plagiatsverfahren gegen den designierten Staatsopern-Chef Bogdan Roščić eingestellt. In seiner Dissertation vorhandene Textgleichheiten mit einer anderen Doktorarbeit seien "weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht für die Arbeit relevant"... weiter




Der designierte Staatsoperndirektor ab 2020/21, Bogdan Roscic, kann seinen Doktortitel behalten. - © APAweb/Herbert Neubauer

Staatsoper

Roscic kann Doktor-Titel behalten

  • Künftiger Staatsopern-Chef im Plagiatsverfahren entlastet.

Wien. Die Universität Wien hat das Plagiatsverfahren gegen den designierten Staatsopern-Chef Bogdan Roscic eingestellt. In seiner Dissertation vorhandene Textgleichheiten mit einer anderen Doktorarbeit seien "weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht für die Arbeit relevant", hieß es in einer Aussendung der Uni... weiter




Max Simonischek bekam den Publikumspreis. - © APAweb, HANS PUNZ

Nestroy-Preise

"Künstler haben immer recht"7

  • Ehrungen für Kirsten Dene, Ayad Akhtar und Katrin Brack, Meyerhoff und Jonasson beste Schauspieler.

Wien. Die 18. Nestroy-Gala am Montagabend im Wiener Ronacher war eine der ungewöhnlichsten und überraschendsten, für Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) gar "eine der spontansten, lustigsten, politischsten und empathischsten Nestroy-Verleihungen, die ich erlebt habe". Verantwortlich dafür waren das Krisenmanagement bei der Moderation... weiter




Ein Prosit der Gemütlichkeit: zoologisches Zusammensein bei Wien Modern. - © Armin Bardel

Wien Modern

Feiern wie die Bürohengste4

  • Firmenparty am Gipfelpunkt der Peinlichkeit: die hanebüchene Oper "Die Antilope" bei Wien Modern.

Keine Frage: Firmenfeiern sind eine heikle Sache. Beginnt der Abend meist mit einer verspannten Chefrede, schlägt er unter Beimischung des Teufelchens Alkohol rasch ins Gemütvolle um und endet nicht selten in Fällen von Zwischenmenschlichkeit, die am Folgetag für Bürotratsch bürgen. In diesem Zusammenhang muss man den Hut vor Durs Grünbein ziehen:... weiter




Lisa Schrammel, Jens Claßen, Raphael Nicholas, Georg Schubert. - © Georg Mayer

Theaterkritik

Johanna und der Feminismus

  • Im TAG versucht sich "Johanna. Eine Passion" an emanzipatorischem Verhalten.

Eine "Tochter Gottes" oder eine "Hure Satans"? Jeanne d’Arc (circa 1412 bis 1431) wurde 24 Jahre nach ihrer Hinrichtung als Häretikerin zur Märtyrerin erklärt, später heiliggesprochen und geistert als französischer Nationalmythos bis heute durch die Literatur. Im Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) rollt Regisseur Christian Himmelbauer... weiter




Theaterkritik

Über dem Massenmörder-Skelett1

  • Josef Winkler rechnet für das Burgtheater mit seinem Vater ab.

Eine Kärntner Tracht Prügel, die will man nicht bekommen. Das ist nämlich eine, die einen "mit blauen Würsten am Arsch" hinterlässt. Diese drastische Illustration von Brutalität ereignet sich sehr früh in dem Stück, das Josef Winkler als Auftragswerk für das Burgtheater abgeliefert hat. Das passt, macht es doch die Alltäglichkeit von Gewalt im Tun... weiter




Bei David Collins (l.) und Shane Dundas dauern die Zugaben mitunter länger als die eigentliche Show - behaupten sie zumindest. - © www.umbilicalbrothers.com

comedy

. . . und dann erst die Zugabe!

  • Die Australier Shane Dundas und David Collins alias "The Umbilical Brothers" gastieren am 27. November im Wiener Stadtsaal. Sie versprechen eine großartige Show. Und sie üben auch harsche Kritik an der australischen Asylpolitik.

"Wiener Zeitung": Ihr nennt euch "Umbilical Brothers", also "Nabelschnur-Brüder", Zwillinge quasi - dabei seid ihr ja gar keine Brüder . . . Shane: Weil es eine Art unsichtbare Nabelschnur gibt, die uns verbindet. Unsere Show funktioniert am besten funktioniert, wenn wir total synchron agieren. Einer allein auf der Bühne... weiter




"Das Wissen nimmt Umwege": Autorin Savyon Liebrecht über das Schweigen ihrer Eltern. - © R. Newald

Interview

Verlorene Stimmen3

  • Die israelische Bestsellerautorin Savyon Liebrecht über die Schoah und das Schweigen.

Die israelische Autorin Savyon Liebrecht setzt sich in ihren Büchern mit den Spätfolgen der Schoah auseinander. Die 69-jährige Bestsellerautorin schreibt von ihrer, der zweiten Generation, die mit dem Schweigen der Eltern aufgewachsen ist. Ihre Romane wie "Ein Mann und eine Frau und ein Mann" wurden vielfach ausgezeichnet... weiter




Eindringlich im Reifrock: Anna Netrebko. - © Staatsoper/Pöhn

Opernkritik

Sängerfest im Kitschpalast13

  • "Adriana Lecouvreur" mit Anna Netrebko an der Wiener Staatsoper.

Sollte es einen Preis für den seltsamsten Opernmord geben, würde ihn dieses Werk abräumen: In "Adriana Lecouvreur" stirbt die Titelheldin durch das Schnuppern an einem vergifteten Veilchenstrauß. Das Stück von Francesco Cilèa, 1902 uraufgeführt, treibt freilich schon vor diesem fatalen, floralen Finale seltsame Blüten... weiter




Seherin in Bedrängnis: Sophia Löffler und Chor. - © Matthias Heschl

Theaterkritik

Klage der Erben nach Paragraf postmodern10

  • Antike auf Instagram: Thomas Köcks "Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder, Klagt)" im Schauspielhaus Wien.

Erben ist kein Vergnügen. Lauter Formalitäten, die man meistens auch noch im Ausnahmezustand der Trauer über sich ergehen lassen muss. Und wenn man ganz großes Pech hat, dann gibt es noch Streit und man landet in der ORF-Sendung "Schauplatz Gericht". Die kommt nicht vor in Thomas Köcks neuem Stück "Die Zukunft reicht uns nicht (Klagt, Kinder... weiter




Großer Weltschmerz: Wenn Pigor (r.) nicht gerade mit Eichhorn (l.) ausgelassen tanzt, übt er bissige Gesellschaftskritik. - © Ernesto Gelles

Musikkabarett

"Ist ein Pianist hier im Saal?"4

  • Pigor & Eichhorn bleiben in "Volumen 9" ihrem Stil treu, binden dabei auch das Publikum ein und begeistern es mit einer Tanzeinlage.

Wenn der Österreicher "Kabarett" sagt, dann spricht er es weich aus und verschluckt das "tt" - der Deutsche hingegen spuckt den Dppelbuchstaben am Wortende richtig hart aus, wodurch auch eien gewisse Bissigkeit mitklingt. Diese zieht sich auch durch den Altherren-Rap von Thomas Pigor, während sein genialer Compagnon Benedikt Eichhorn am Klavier... weiter




Hans-Michael Rehberg

Nachruf

Schauspieler Hans-Michael Rehberg ist tot5

Berlin. Film und Fernsehen machten ihn bekannt, aber am Theater war er eine Legende: Hans-Michael Rehberg gehörte zu den bekanntesten Schauspielern Deutschlands. Am Dienstag ist er, wie erst jetzt bekannt wurde, im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben. Rehberg war in seiner langen Karriere auch regelmäßig am Wiener Burgtheater und bei den... weiter




Couragiert: Chris Polick und Susy Henderson. - © VET

Theaterkritik

Mit den Waffen einer blinden Frau

  • Thriller-Klassiker "Wait until Dark" ist im Vienna’s English Theatre zu sehen.

Der US-amerikanische Thriller "Wait until Dark" (dt.: "Warte, bis es dunkel ist") bezieht seine Spannung aus einer höchst prekären Ausgangssituation: Eine Frau, die vor kurzem ihre Sehkraft verloren hat und die gerade lernt, mit dem Handicap zu leben, wird von drei Ganoven auf äußerst durchtriebene Art hintergangen und bedroht... weiter




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CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

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