• vom 13.09.2012, 16:00 Uhr

Kultur

Update: 13.09.2012, 16:20 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Theater: Bunbury von Oscar Wilde im 3raum Anatomietheater

Ein kleines bisschen Ernst


Von Kai Krösche

Ach, es ist schon nicht leicht, wenn’s einem allzu gut geht: Vor lauter Langeweile muss man sich bereits zweite Identitäten zulegen, um dem Dasein noch ein wenig Abwechslung zu verschaffen. Blöd nur, wenn man seine Angebetete just dann trifft, wenn man grad die falsche Rolle mimt - und das Objekt der Begierde obendrein unmissverständlich klarstellt, dass sie einen letztlich vor allem des außergewöhnlichen und (viel schlimmer) falschen Namens wegen liebt.

Schrill und bunt: Lucy McEvil als Lady Bracknell.

Schrill und bunt: Lucy McEvil als Lady Bracknell.B. Palffy Schrill und bunt: Lucy McEvil als Lady Bracknell.B. Palffy

"Ernst" lautet dieser folgenreiche Name in Oscar Wildes Stück Bunbury; und er wird den beiden Adelsmännern John und Algernon spätestens dann zum Verhängnis, als Algernon im Haus von Johns hübschem Mündel Cecily als Johns vermeintlich verstorbener Bruder auftaucht.

Information

Theater
Bunbury
Von Oscar Wilde
Regie und Bühne: Hubsi Kramar
3raum Anatomietheater

Wh. ab 14. September

Zum Abschluss der letzten Saison des 3raum Anatomietheaters, das im Oktober nach sieben Jahren seine Pforten schließt, bringt Hubsi Kramar eine Wiederaufnahme seiner Oscar-Wilde-Inszenierung von 2010: Diese bietet dem Betrachter zwar eine überwältigende Spielfreude seitens der Darsteller - allen voran Stefano Bernardin und Markus Kofler als ungleiches Brüderpaar.

Die Inszenierung selbst jedoch bleibt seichtes Boulevardtheater, dem es bis auf wenige Ausnahmen an Tempo, Witz, Fantasie und schließlich sogar handwerklicher Raffinesse mangelt. Das wäre an und für sich noch nicht schlimm, letztlich schaut man den zumindest in den Hauptrollen überzeugenden Darstellern gern zu, würde dadurch nicht die Schärfe des Wilde’schen Witzes in häufig mäßig gesetzten Pointen untergehen.

Dies und die ewig langgedehnte Schlussszene verhindern dabei einen mitreißenden Abend, der über die klamaukige Oberfläche hinaus geht: Manchmal ist’s dann eben doch wichtig, ein klein bisschen ernst zu sein. Aber vielleicht war das ja auch gar nicht das Ziel: Das Publikum klatschte begeisterten Beifall.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-13 16:06:14
Letzte Änderung am 2012-09-13 16:20:46


Beliebte Inhalte



Schorsch Kamerun untersucht in Wien den öffentlichen Raum als Heimstätte von  Demos und Flashmobs. - © Wiener Zeitung / Christa Hager
  • Der deutsche Musiker und Regisseur über Kunst, Politik und Sponsoring, Klischees in der Rockmusik, Facebook und seine Theaterarbeit.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Keine Stimmen aus Aserbaidschan, und schon wird es politisch beim ESC. - APAweb/EPA/Jessica Gow/SCANPIX
  • Russland empört über "geraubte" ESC-Stimmen aus Aserbaidschan
  • weiter

Jon Bon Jovi stand glücklich im Regen. - APAweb/Herbert Pfarrhofer
  • Pollen konnten dem Sänger diesmal nichts anhaben.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Eine Szene aus der umstrittenen "Tannhäuser"-Inszenierung der Rheinoper (Markus Eiche, linkst, als Wolfram und  Elisabet Strid als Elisabeth). - APAweb / AP, Deutsche Oper am Rhein, Hans Jörg Michel
  • Oper wird nur mehr konzertant aufgeführt.
  • weiter

An den Namen Brosd Koal erinnert man sich noch über die FM4-Sendung "Im Sumpf". Nachdem mit Karl Schwamberger der Motor hinter dem Dialekt-Pop-Projekt...weiter




Werbung







Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung