"Glauben Sie, Ihre Familie ist normal?", fragt Robert Blöchl zu Beginn des neuen Programmes von BlöZinger, jenes grenzgenialen Kabarettduos, das er seit 2004 mit Roland Penzinger bildet. Nach Beziehungswahnsinn, Superhelden und Märchenparodien widmen sie sich nun der Familie.
Ausgangspunkt ist der Tod von Vater Erich, der dem fünften Programm seinen Namen gibt und für ein Familientreffen bei der Aufbahrung sorgt. Im Mittelpunkt stehen die beiden Söhne, die einander 20 Jahre nicht mehr gesehen haben - trotzdem hat sich zwischen ihnen nichts verändert. Ebenso wie die schrulligen Tanten und der kriminelle Onkel, die auf den Plan treten. Insgesamt zehn Personen spielen die beiden Kabarettisten dabei, während sie eine absurd-lustige Handlung um die Entführung der Asche ihres Vaters entwerfen, die vor allem von rasanten Szenenwechseln lebt - und vom Kaugummi.
Wann immer sich die Gelegenheit bietet, bauen ihn Blözinger, diese Meister der schauspielerischen Wandlung, als Running Gag ein - und reparieren damit sogar ein Auto. Ohne Requisiten (bis auf zwei Sessel, nicht einmal der Kaugummi existiert) oder Kleiderwechsel lassen sie im Kopf des Zuschauers eine bunte Szenerie Gestalt annehmen, in der irgendwann selbst jener kurze Moment, in dem er bei einem Szenenwechsel überlegt, welche Figuren jetzt dran sind, wegfällt. So intensiv und plastisch ist deren Verkörperung.
Kabarett
Blözinger: Erich
Wh: 3. Oktober Alsergrund,
4. bis 6. Oktober Niedermair,
16. Oktober Kulisse
Sprechen lernen, was sonst. Schauspieler müssen es, Politiker, Priester. "Ein Komödiant könnt einen Pfarrer lehren", weiß Famulus Wagner im "Faust"...weiter