
Wien. Valérie Donzelli - seit 1998 als Schauspielerin und Regisseurin im französischen Fernsehen und Kino präsent - und ihr ehemaliger Partner Jérémie Elkaïm verarbeiten in "Das Leben gehört uns" ihre eigenen Erfahrungen mit der Krebserkrankung ihres Sohnes. Ihr Ziel war, einen vitalen Actionfilm zu drehen.
"Wiener Zeitung": Trotz des traurigen Themas tröstet und ermutigt der Film - etwas, das Sie unter anderem auch durch den wilden Genremix herbeiführen.
Valerie Donzelli: Wir wollten weder eine Tragödie noch eine Komödie machen. Man ist versucht, diesen Film einfach als lebendigen Film zu bezeichnen. Ich finde es selbst schwer, ihn zu beschreiben. Ich glaube, dass er kein Drama ist, und auch keine Tragödie, ebenso wenig wie ein Melodram. Wenn wir jetzt zurückblicken, tendieren wir dazu, ihn als einen sehr physischen Film zu sehen, intensiv und lebendig. Zuerst wollte ich einen Actionfilm drehen, einen Western, einen Kriegsfilm, darauf bezieht sich der Titel. Mir gefiel die Idee, eine Tür zu öffnen und zu schauen, was dahinter liegt: die Begegnung mit einem jungen Paar, das ein echtes, kein scherenschnittartiges Abenteuer erlebt.
Jérémie Elkaïm: Es ist, als ob sich Romeo und Julia begegnet wären, um diese Prüfung zu bestehen. Durch den Film zieht sich das Motiv des Schicksals; aber es ist ein Schicksal, das eher gemeistert wird, als dass die Hauptfiguren sich ihm fügen. Für mich setzt sich das Leben aus einer Folge von Prüfungen zusammen, die man bestehen muss, schwere und leichte, glückliche und unglückliche. Man erklimmt den Berg, Schritt für Schritt. Was einen nicht umbringt, macht einen stärker. Adam ist das Resultat der Verbindung von Roméo und Juliette. Warum er mit dieser Krankheit geschlagen ist? Wenn Roméo Juliette diese Frage stellt, erwidert sie: "Weil wir das schaffen können." Die Prüfung nimmt eine fast mystische Wendung; die Frage, ob das Pech ist oder Ungerechtigkeit, stellt sich gar nicht mehr.
Wie haben Sie den intimen, instinktiven Schmerz, der durch diese Ereignisse bei Ihnen ausgelöst wurde, in einen Film übertragen, mit dem sich jeder identifizieren kann?
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