Paris. Es braucht im Leben nur diesen einen Moment, diesen einen Kuss, der alles verändert. Zumindest ist das in der Vorstellung romantisch veranlagter Menschen so, und weil diese besonders gerne mit Taschentüchern ins Kino zum Träumen gehen, gibt es dort auch ein entsprechend großes Angebot an romantischen Komödien und Liebesfilmen. Auch "Nathalie küsst" der Brüder David und Stéphane Foenkinos fällt in diese Kategorie. Und weil darin die süße Französin Audrey Tautou die Hauptrolle spielt, lässt sich so ein Film gut international verkaufen.
Diesen Freitag läuft "Nathalie küsst" daher auch in unseren Kinos an und wischt mit seiner Mischung aus Drama und Romantik alle Herzensleiden einfach weg, wie sich das gehört für eine Rom-Com.
Audrey Tautou spielt Nathalie, eine junge Frau, die über den Tod ihres geliebten Ehemanns hinwegkommen muss, der bei einem Unfall gestorben ist. Sie stürzt sich in die Arbeit, um den schrecklichen Verlust zu überwinden, doch dann fällt sie eines Tages aus heiterem Himmel ausgerechnet dem unscheinbarsten Mitarbeiter ihres Teams um den Hals und küsst ihn leidenschaftlich.
Hals über Kopf
Markus (François Damiens), der nicht weiß, wie ihm geschieht, verliebt sich Hals über Kopf in seine Chefin. Zunächst will Nathalie nicht zulassen, dass sie Gefühle für Markus hegt, doch bald schon muss sie sich eingestehen, dass er ihr Herz erobert. "Nathalie küsst" basiert auf dem gleichnamigen Roman von David Foenkinos, der zusammen mit seinem Bruder Stéphane auch Regie bei der Verfilmung geführt hat. "Ich habe mir unter dem Film eine Komödie vorgestellt, und mein Bruder eher ein Drama", sagt David. "Ich würde sagen, wir haben uns das 50:50 aufgeteilt. Es gibt ja dieses Wort Dramödie, das im Französischen nicht existiert, sondern aus dem britischen Kino kommt. Dort kann innerhalb von nur einer einzigen Einstellung das Drama in die Komödie umschlagen, und umgekehrt."
Den schmerzlichen Verlust, den Tautous Figur erfährt, inszenieren die Brüder mit einer gewissen Leichtigkeit. "Wir versuchen immer, mit einer geradezu oberflächlichen Einfachheit die dahinter liegende Komplexität darzustellen", meint Stéphane Foenkinos. "Es scheint, dass manche Dinge an der Oberfläche simpel sind, aber in Wahrheit sehr kompliziert. Was uns auch wichtig ist: Die Rückkehr ins Leben, die Tautou selbst überrascht, und sie nimmt den Zuschauer an die Hand, um ihn auch zu überraschen."
David und Stéphane Foenkinos haben keine Sekunde gezweifelt, mit Audrey Tautou die richtige Darstellerin für die sehnsüchtige Nathalie gefunden zu haben: "Sie ist eine exzellente Schauspielerin", meint David. "Im Film hat sie die Rolle einer Frau, die sich über zehn Jahre entwickelt. Vom jungen Mädchen zu einer zerstörten Frau, die sich erst langsam wieder erfängt und die dazu noch zwischen Drama und Komödie wechseln muss. Ein Film wird ja niemals chronologisch gedreht, sondern nach den jeweiligen Drehorten. Dazu muss man als Schauspieler eine enorme Anpassungsfähigkeit haben, um das zu schaffen. Audrey Tautou kann das."
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