
Los Angeles. (dpa/weg) Blondes Haar, verführerischer Augenaufschlag und ihre vollen, roten Lippen hauchen "I Wanna Be Loved By You": Marilyn Monroe. Sie war eine der meist fotografierten Frauen des 20. Jahrhunderts und wurde als Sex-Symbol eine Ikone für ein ganzes Zeitalter. Ihr früher Tod vor 50 Jahren schuf die Basis für den Mythos Marilyn. "Andere Stars wurden älter, aber die Monroe blieb das Gesicht, das wir aus ihren Filmen kennen", sagt Peter Schnug, Filmhistoriker aus Düsseldorf.
Ein Leben für Marilyn
Der 49 Jahre alte Sammler hat ein Archiv aus rund 80.000 Drehbüchern, Fotos, Büchern, persönlichen Dokumenten, privaten Film- und Tonaufnahmen der Schauspielerin zusammengestellt. Mit dem "Marilyn Monroe Information Center" ist Schnug zudem seit 15 Jahren im Internet präsent. "Marilyn verkörperte den amerikanischen Traum und ließ das Märchen vom Aschenputtel wahr werden. Sie kam aus einfachen Verhältnissen, wurde zum Filmstar in Hollywood und damit schon zu Lebzeiten eine Legende", erzählt Schnug. Laut ihm war aber die größte Rolle die sie spielte, die der Marilyn selbst. Sie war ein Kunstprojekt - "die reine Maske".

Zwischen Sein und Schein
Sie wurde als Norma Jeane Mortenson geboren und als "Norma Jean Baker", getauft. Wegen unterschiedlicher Partner ihrer Mutter wurde ihr Nachname geändert. Ende der 40er Jahre - damals schon ein erfolgreiches Model - hat sie zusammen mit einem Visagisten den "Monroe-Look" entwickelt: den blonden Vamp, naiv und sexy. "Das wurde ihr nicht nur von der Filmgesellschaft übergestülpt, zu drei Vierteln hat sie es selbst getan", erklärt Peter Schnug. Anfangs zumindest, dann kämpfte sie lange gegen das Image vom personifizierten Blondinenwitz.

Zum Mythos gehört auch, dass Norma Jeans Biografie dem Marilyn-Bild angepasst wurde. Für das Image vom blütenreinen Star wurde vertuscht und gelogen. Die psychisch kranke Mutter wurde ebenso verschwiegen wie Marilyns chronisches Frauenleiden Endometriose (Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut). Die privaten Details waren unpassend in der sauberen Glanzwelt Hollywoods, das die Kunstfigur gnadenlos vermarktete.
Ihr Tod als Mythos
Bei der Beschreibung ihres Lebens verschwammen Realität und Fiktion immer mehr. Sie hatte drei Ehemänner, darunter der Dramatiker Arthur Miller ("Hexenjagd"). Filme hinterließ sie 32 an der Zahl, darunter "Manche mögen's heiß" als größter Erfolg. Doch angeblich hatte sie auch mehrere prominente Liebhaber. Das angebliches Verhältnis zum US-Präsidenten John F. Kennedy und dessen Bruder Robert trugen ebenso zur Mystifizierung bei, wie Marilyns früher Tod mit nur 36 Jahren.
Hat sie sich mit Schlaftabletten vergiftet, weil sie den Zwiespalt ihres Lebens nicht mehr ertragen hat? "Als Sex-Symbol hat man eine schwere Last zu tragen. Vor allem wenn man müde, verletzt und enttäuscht ist", klagte sie und schrieb Monate vor ihrem Tod: "Ich wünschte, ich wäre tot - gar nicht vorhanden - fort von hier - von überall."

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