Wien. Präsidentschaftswahlen gehen in den USA auch an Hollywood nicht spurlos vorbei: Viele Stars machen aus ihrer politischen Einstellung kein Geheimnis. Mit George Clooney, Julia Robert und Cher hat Präsident Barack Obama bereits einige A-Promis an seiner Seite. Die meisten Größen der Traumfabrik tendieren seit jeher zu den Demokraten.

Aber es gibt sie auch, die Republikaner unter den Hollywood-Stars. Und so bekam auch jüngst Obamas Widersacher Mitt Romney sehr prominente und überraschend deutliche Unterstützung. Clint Eastwood mauserte sich Freitagabend am Rande einer Spendensammelaktion im US-Staat Idaho zum bisher profiliertesten Romney-Befürworter.
"Ich denke, unser Land braucht einen Schub", erklärte die 82-jährige Hollywood-Legende vor den Anhängern des designierten konservativen Präsidentschaftskandidaten. "Wir brauchen Gouverneur Romney jetzt mehr denn je. Ich werde für ihn stimmen." Eastwood erzählte, wie er vor fast zehn Jahren beim Dreh von "Mystic River" in Massachusetts die ersten Kampagnen für Romney gesehen habe, der sich dort um den Gouverneursposten bewarb. Damals habe er gedacht, Romney sei zu gut aussehend für einen Gouverneur, "aber er sieht aus, als könnte er Präsident sein". Nun hofft Eastwood, Romney werde ein angemessenes Steuersystem schaffen, das Fairness bringe und die Leute nicht gegeneinander aufbringe, weil sie sich fragten, wer Steuern zahle und wer nicht. Romney dankte für die deutlichen Worte. "Er hat mich gerade sehr glücklich gemacht", erwiderte er. "Was für ein Kerl."
Romneys Freude ist verständlich: Eastwoods Bekanntheitsgrad überragt deutlich den von bisherigen Romney-Unterstützern wie Oscarpreisträger Jon Voight oder Rockstar Kid Rock. Obwohl Eastwood seit jeher bekennender Republikaner ist, war sein Auftritt doch etwas überraschend. Noch im Februar hatte er dem Fernsehsender Fox News gesagt, zurzeit keinen Politiker zu unterstützen. Doch ein während des Super Bowl ausgestrahlter Werbespot wurde Eastwood als Parteinahme für Obama ausgelegt. In dem Spot war Eastwood mit dem Satz zu hören: "Es ist Halbzeit in Amerika." Der Regisseur sagte jedoch, dass er sich nicht "politisch verbunden" fühle mit dem Präsidenten.
Vor vier Jahren hat sich Clint Eastwood auch für Obamas Kontrahenten John McCain starkgemacht. Nur die Bush-Regierung hatte er scharf kritisiert, weil er den Irak-Krieg für einen schweren Fehler hielt. Ob Eastwood nun eine aktive Rolle im Romnneys Wahlkampf spielen wird, ist zurzeit noch unklar.
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