• vom 16.08.2012, 16:22 Uhr

Film

Update: 16.08.2012, 16:47 Uhr
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In der kanadischen Komödie "Starbuck" findet ein Samenspender heraus, dass er 533 Kinder gezeugt hat

"Ohne Lokalkolorit geht’s nicht"


Von Matthias Greuling

  • Ken Scott über das Fingerspitzengefühl beim komödiantischen Erzählen.

Die Geschichte eines österreichischen Arztes, der in einer Londoner Fertilitätsklinik in den 70er Jahren mehr als 600 Kinder aus seinem eigenen Sperma gezeugt haben soll, ging vor einigen Monaten durch alle Medien. Da war Ken Scotts Film "Starbuck" (ab heute, Freitag, im Kino) schon längst abgedreht; doch der Regisseur aus Quebec ließ sich für seine Geschichte durchaus von anderen realen Fällen inspirieren. Scott erzählt von dem chronischen Verlierer David (Patrick Huard), der nach einem Sinn im Leben sucht und den seine Vergangenheit einholt: Als junger Mann hat er unter dem Pseudonym "Starbuck" gegen Bares Sperma gespendet. 142 seiner insgesamt 533 gezeugten Kinder wollen nun per Sammelklage gegen ihn vorgehen, um ihn kennenzulernen - obwohl man David einst Anonymität zugesichert hat. Die "Wiener Zeitung" traf Ken Scott in München zum Gespräch.

Ein Bad in der Menge der eigenen Nachkommen: David (Patrick Huard) hat durch seine lange zurück liegende Samenspende hunderte Kinder gezeugt und findet darin jetzt den Sinn des Lebens.

Ein Bad in der Menge der eigenen Nachkommen: David (Patrick Huard) hat durch seine lange zurück liegende Samenspende hunderte Kinder gezeugt und findet darin jetzt den Sinn des Lebens.© photo: Jan Thijs Ein Bad in der Menge der eigenen Nachkommen: David (Patrick Huard) hat durch seine lange zurück liegende Samenspende hunderte Kinder gezeugt und findet darin jetzt den Sinn des Lebens.© photo: Jan Thijs

"Wiener Zeitung": War der österreichische Arzt, der 600 Kinder gezeugt haben soll, eine Inspiration für Ihre Geschichte?

Ken Scott: Ich habe von diesem Mann gehört, aber zu diesem Zeitpunkt war "Starbuck" längst fertig. Als wir das Drehbuch schrieben, dachten wir an einen Typen, der, sagen wir, 150 Kinder hatte, wir wollten bewusst übertreiben. Doch dann kam eine andere Geschichte in die Medien, über einen Mann, der 250 Kinder hatte. "Starbuck" ist also ein fiktiver Film, aber es gibt solche Fälle tatsächlich, und gar nicht wenige.

Das Thema hinter der Komödie ist durchaus ernst.

Natürlich ist es ein Drama, denn man sollte sich nur mal in die Lage der Kinder versetzen, die allesamt verzweifelt versuchen, herauszufinden, wer ihr Vater ist. Wir haben ja irgendwie das Recht darauf, zu wissen, woher wir kommen. Wer seinen Vater nicht kennen darf, fühlt sich schnell wie ein Mensch zweiter Klasse. Wenn man andererseits die Anonymität der Samenspender aufheben würde, dann würde es wohl keine Spender mehr geben. Dann würden also all diese Kinder nicht existieren. Das ist ein richtiges Dilemma, das uns als Ausgangssituation für diese Komödie diente.

Manche Männer, auch Ihr Held David, scheinen zu versuchen, sich so lange wie möglich davor zu drücken, Vater zu werden. Woher kommt das?

Ken Scott dreht bereits ein US-Remake seines Films.

Ken Scott dreht bereits ein US-Remake seines Films.© EPA Ken Scott dreht bereits ein US-Remake seines Films.© EPA




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-16 16:29:09
Letzte Änderung am 2012-08-16 16:47:50


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