
Los Angeles. Mit seinem Action-Spektakel "Top Gun" machte er 1986 nicht nur Tom Cruise quasi über Nacht weltberühmt, sondern trat erstmals auch aus dem übermächtigen Schatten seines älteren Bruders Ridley, der mit "Alien" und "Blade Runner" zu diesem Zeitpunkt längst Filmgeschichte geschrieben hatte: Tony Scott wurde von Kritikern stets für seine solide Arbeit gelobt und als "guter Handwerker" bezeichnet, allerdings hat man ihm im Gegensatz zu Bruder Ridley oft das Talent abgesprochen, bei vielen seiner Filme den notwendigen Tiefgang schaffen zu können.
Der 1944 geborene Brite feierte vor allem in den 80er und 90er Jahren einige beachtliche Kino(kassen)erfolge. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Der Staatsfeind Nr. 1", "Spy Game", "Tage des Donners", "The Last Boys Scout" oder "Beverly Hills Cop 2". Das Liebesmelodram "True Romance" nach einem Drehbuch des späteren Erfolgsregisseurs Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") mit Christian Slater und Patricia Arquette trug weiter zu seinem Ruhm bei. In "Crimson Tide" (1995), der Geschichte einer Meuterei auf einem Atom-U-Boot, brachte Scott Gene Hackman und Denzel Washington zusammen.
Überraschungserfolg
"Top Gun" blieb aber sein erfolgreichster Film, was wohl auch an der Figur des heroisch dargestellten, draufgängerischen Kampfjet-Piloten Pete "Maverick" Mitchell lag. Mit einem Produktionsbudget von 15 Millionen US-Dollar und einem Einspielergebnis von 353,8 Millionen Dollar avancierte "Top Gun" einst zum Überraschungserfolg und öffnete Scott sodann auch weitere Türen in Hollywood. Zuletzt wurden Gerüchte laut, dass eine Fortsetzung von "Top Gun", erneut mit Tom Cruise in der Hauptrolle, in Planung sei. Neben seiner Tätigkeit als Regisseur in den letzten Jahren forcierte Scott auch seine Karriere als Produzent. Neben einigen Filmen ("The Grey - unter Wölfen", "Willkommen bei den Rileys") produzierte er auch die Serien "Numb3rs" und "Good Wife".
Als Regisseur inszenierte er zuletzt den Actionfilm "Unstoppable" (2011), in dem die Hauptdarsteller Chris Pine und Denzel Washington versuchen, einen außer Kontrolle geratenen Zug zu stoppen. Zuvor hatte er mit Washington "Die Entführung der U-Bahn Pelham 123" (2009) gedreht. Zuletzt arbeitete er als Produzent mit seinem Bruder für den Film "Prometheus", der aktuell in den Kinos zu sehen ist. Gemeinsam betrieben die Brüder auch die Produktionsfirma Scott Free Productions, wo sie bis vor kurzem an einem Film mit dem Titel "Killing Lincoln" gearbeitet haben sollen.
Am Sonntag beging Tony Scott in Los Angeles Selbstmord.
Während in Cannes seit einigen Tagen fast unablässig der Regen niederprasselt, verschwimmen in manchen Filmen des Wettbewerbsprogramms gekonnt...weiter
Es ist die Realität, aber es wirkt wie ein Zerrbild. Das, was der rumänische Regisseur Cãlin Peter Netzer in seinem Film "Mutter und Sohn" vorführt...
weiter
Mit Kraft und Geist (az) Als der Phobiker Martín von seiner Freundin verlassen wird, vergräbt er sich in seiner Einzimmerwohnung...
weiter
(fan) In den 1970er und frühen 1980er Jahren zog das Indie-Kino auch im Horror-Genre kräftig gegen die Tabus der US- Filmindustrie zu Felde...
weiter
Und wieder ein als unverfilmbar geltender Roman, der es doch auf die Leinwand geschafft hat: Marlen Haushofers "Die Wand" von 1963 erzählt die...
weiter
Der mexikanisch-stämmige Sänger und Songwriter Sixto Rodriguez hatte einen Bekanntheitsgrad wie Elvis Presley oder Bob Dylan – allerdings nur...
weiter
Es gibt Serien, denen geht schon in der ersten Staffel die Luft aus. Manchen auch erst in der zweiten. Und dann gibt es solche...
weiter