• vom 02.10.2012, 18:30 Uhr

Film

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Die österreichische Filmbranche fordert Geld und Umdenken

Wie die Skifahrer


Von Alexandra Zawia

  • Gegen Abspeisung und Abwanderung, für ein Umdenken Richtung Rückhalt.

Löwenmedaille: Zuletzt feierte Ulrich Seidl beim Filmfestival Venedig einen Erfolg für den österreichischen Film.

Löwenmedaille: Zuletzt feierte Ulrich Seidl beim Filmfestival Venedig einen Erfolg für den österreichischen Film.© EPA Löwenmedaille: Zuletzt feierte Ulrich Seidl beim Filmfestival Venedig einen Erfolg für den österreichischen Film.© EPA

Es ist so eine Sache mit Film: Selbst in Ländern wie Griechenland, wo das Filminstitut komplett bankrott ist, entstehen immer noch beachtliche Arbeiten, wie zum Beispiel zuletzt "Alpis" von Yorgos Lanthimos, mit quasi null Budget und befreundeten Schauspielern realisiert. Talent findet immer einen Weg, heißt es - aber warum tröstet man in Österreich damit vor allem Filmschaffende und nicht zum Beispiel Opernsänger oder Sportler?

"Es geht eh’ reicht net", brachte Schauspieler Nicholas Ofczarek demnach auch jenen offenen Brief auf den Punkt, mit dem am Dienstag eine Riege prominenter Filmschaffender wie Ulrich Seidl, Ursula Strauss und Produzent Veit Heiduschka an die Einhaltung des Regierungsversprechens für eine Stärkung der Filmwirtschaft gemahnte.

20 Millionen Euro
Rechtzeitig vor den Budgetverhandlungen wollte man betonen, dass es für den österreichischen Film in einer Mentalitäts-Landschaft, in der große Erfolge mit Minimalaufwand nicht automatisch mehr Unterstützung nach sich ziehen, nicht gerade heimelig aussehe. "Soll Abwanderung das Ziel sein?", fragt sich etwa Markus Schleinzer, der zuletzt mit seinem Debütfilm "Michael" international reüssierte.

Feiert der österreichische Film schon seit geraumer Zeit große Erfolge auf internationalen Filmfestivals und wird im Ausland als starke Marke wahrgenommen - "ähnlich wie die unserer Skifahrer" -, fände man im eigenen Land immer noch zu wenig Rückhalt.

Konkret wünscht man sich eine Aufstockung des Budgets des Österreichischen Filminstituts von derzeit 16,5 auf 20 Millionen Euro und die Steigerung der Nachwuchsfilmförderung um fünf Millionen Euro. Ebenso müssten Modelle entwickelt werden, um die Kontinuität von Arbeitsmöglichkeiten in der Branche zu gewährleisten und das Image des österreichischen Films im Inland zu stärken, sprich: ein Publikum zu binden. Dass im Zuge dessen auch Bundesministerin Schmied internationalen Weltpremieren österreichischer Filme beiwohne, wie das Politiker anderer Länder ganz selbstverständlich tun, wäre "wirklich das Mindeste", das an öffentlicher Wertschätzung geleistet werden könnte, findet Seidl. Vermehrt müsse man aber zum Beispiel die Sendeplatz-Optimierung in Angriff nehmen. Der ORF, der bei jedem durch das ÖFI finanzierten Film beteiligt ist, vernachlässige seine eigenen Produkte etwa durch spätnächtliche Sendezeiten sträflich.

Dass mit dem Fisa-Programm (Filmstandort Austria) im Wirtschaftsministerium eine Kinofilm-Spitzenfinanzierung nach deutschem Vorbild geschaffen wurde, sei jedenfalls zu begrüßen. Jedoch: "Wenn die Basisfinanzierung unterbudgetiert ist, kann sich die beste Spitzenfinanzierung nicht entfalten."

Es macht durchaus Sinn, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten antizyklisch in einen Bereich zu investieren, in dem Österreich nachweislich Stärken und Talente hat. Dabei gehe es aber "nicht um Abspeisung sondern um Umdenken". Dieses allerdings setzt wohl erst ein, wenn wirklich nichts mehr geht.




Schlagwörter

Film, Kulturpolitik

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Dokument erstellt am 2012-10-02 18:35:11


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