Der in Wien geborene Fritz Lang (1890 bis 1976) war ein Vollblut-Filmmann: Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Und er wurde zu einem der Großen der Filmwelt seiner Zeit.
Fritz Lang, mit vollem Namen Friedrich Christian Anton Lang, hat einst die Möglichkeiten des Spielfilms in einer Weise virtuos mitgestaltet und ausgekostet, wie das nur bei wenigen anderen Vertretern des Genres der Fall war. Neben Erich von Stroheim, G. W. Pabst und Josef von Sternberg gilt Lang als Österreichs wichtigster Beitrag zur "Filmklassik".
Nur wenig bekannt ist, dass Lang gebürtiger Wiener war. Durch seine Heirat mit der deutschen Drehbuchautorin Thea von Harbou wurde er zum Deutschen, später, nach der Emigration im Jahr 1939 in die USA, nahm er dort die Staatsbürgerschaft an.
"M" und "Metropolis"
Fritz Lang, dessen weltweit bekannteste Filme wohl "M" und "Metropolis" sind - "M", 1931 gedreht, war übrigens sein erster Tonfilm-, war für gleich mehrere Filmgenres stilprägend; etwa im Science-Fiction-, Spionage- und Kriminalfilm. Sowohl im Stummfilm als auch in der frühen Phase des Tonfilms setzte er im ästhetischen wie im technischen Bereich Maßstäbe. Seine Tonfilme rücken dann sehr bald den Menschen und die Beweggründe der handelnden Personen in den Mittelpunkt. Seine Film-Storys basieren auf realen Ereignissen, meist hatten sie Zeitungsmeldungen als Grundlage.
In seinen jüngeren Jahren neigte Lang eher zu praller Bildfülle, im fortgeschrittenen Alter sind seine Werke oft durch relative Leere definiert. Lang verweigert das Dekorative. In allen seinen Phasen ist jedoch die Unheimlichkeit der Welt auf der Leinwand spürbar, in der Filmgeschichte als Wissen um die fatale Brüchigkeit des Daseins und sich plötzlich auftuende Abgründe gedeutet.
Das Wort Schicksal drängt sich immer wieder auf in Fritz Langs Werk, wenn er davon erzählt, was passiert, wenn die Mühlen zu mahlen beginnen: sei es in "M", "Fury" ("Blinde Wut") oder in "You Only Live Once". Immer wieder sind Menschenjagden zu sehen.
Gesetzte Zeichen
Von den USA aus setzte er Zeichen mit einer Reihe von Anti-Nazi-Filmen, etwa mit "Hangmen Also Die!" ("Auch Henker sterben", 1943). Der Stoff basiert lose auf den tatsächlichen Vorkommnissen, die auf das Attentat auf den Polizeigeneral und Leiter des NS-Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich folgten.

Die Viennale-Retrospektive im Filmmuseum umfasst sämtliche Werke des Regisseurs Fritz Lang, viele davon in restaurierten Kopien, die teilweise erstmals in Österreich gezeigt werden - unter anderen "Die Nibelungen" (restauriert 2011, mit Gottfried Huppertz Originalmusik), "Cloak and Dagger" oder "Secret Beyond the Door". Ausgewählte Interview- und Porträtfilme, etwa Giorgio Moroders "Metropolis"-Bearbeitung von 1984 sowie Jean-Luc Godards Film "Le Mépris", in dem Fritz Lang als Darsteller seiner selbst agiert, ergänzen das Programm. Begleitend zur Retro-
spektive erscheint eine Publikation über Fritz Lang, die über zahlreiche Originalbeiträge, Interviews, autobiografische Schriften und Texte zu jedem seiner Filme verfügt. (as)
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