• vom 20.05.2013, 15:42 Uhr

Film

Update: 11.05.2015, 12:44 Uhr

Cannes 2013

"Meine Gedanken sind noch jung"




  • Artikel
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias Greuling aus Cannes

  • "WZ"-Interview mit Bernardo Bertolucci
  • Bertoluccis "Der letzte Kaiser" wurde in Cannes in einer neuen 3D-Fassung gezeigt.

Er war der Regisseur von Skandalfilmen und Meisterwerken: Bernardo Bertolucci, 72, hat Filme wie "1900", "Der letzte Tango in Paris" oder "Prima della Revoluzione" gedreht, und jetzt erscheint sein episches Drama "Der letzte Kaiser" in einer neu gestalteten 3D-Fassung. In Cannes stellte Bertolucci den Film voller Enthusiasmus vor. Ein neues Projekt hat er auch schon im Kopf und im August wird er als Jury-Präsident beim Filmfestival von Venedig fungieren. Bertolucci, der seit einer misslungenen Rückenoperation im Rollstuhl sitzt, empfängt uns gut gelaunt zu einem kurzen Gespräch im Hotel Carlton in Cannes.

"Wiener Zeitung": Herr Bertolucci, war es Ihre Idee, "Der letzte Kaiser" als 3D-Version herauszubringen?


Bernardo Bertolucci: Nein, es waren die Produzenten, die auf mich zukamen. Aber ich bin ein großer Fan von 3D-Filmen. Ich wollte ja schon meinen letzten Film ‚Io e te‘ in 3D drehen, aber damals kam das Budget dafür nicht zustande. Außerdem improvisiere ich sehr gerne beim Drehen, und das lässt das 3D-Equipment einfach nicht zu. Es ist zu unflexibel, und jede Einstellung muss millimetergenau geplant werden. Aber ich bin überzeugt davon, dass 3D dem Kino wirklich etwas Neues bringt, wenn man es richtig einsetzt. Die Illusion von Tiefe kann eine weitere Erzählebene sein, die es bisher so nicht gab.

Sie haben am Wochenende der Cannes-Premiere von "Der letzte Kaiser 3D" beigewohnt. Wie war das denn für Sie?

Es war toll zu sehen, dass der Film 25 Jahre nach seinem Entstehen wieder zurück auf die Leinwand kommt. An dem Abend, als der Film in Cannes in einem Zeltkino Premiere hatte, regnete es so stark, dass man die ganze Zeit über das Prasseln an der Saaldecke hören konnte. Das hat überraschend gut zu den dramatischen Momenten des Films gepasst. Wir waren dadurch beinahe schon in der vierten Dimension, man spürte den Film regelrecht.

Sind Filme wie "Der letzte Kaiser" heute aus der Mode gekommen? Es gibt kaum noch Epen dieses Ausmaßes…

"Der letzte Kaiser" war noch einer dieser großen, epischen Filme, bei denen es Massenszenen mit tausenden Statisten gab. Heute weiß man in Hollywood nicht mehr, wie man große Epen erzählt. Ein Produzent aus Amerika hat mir nach der Premiere gesagt: Ich mag den Film, weil er mich an die Gründe erinnert, weshalb ich überhaupt Filme machen wollte. Der Umstand, dass der Film heute als Klassiker gilt, macht mich sehr froh. Aber es macht mich natürlich auch ein bisschen älter (lacht).

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-05-20 15:43:35
Letzte Änderung am 2015-05-11 12:44:29



Filmkritik

Am Ende zählt die Freundschaft

Akkurate Darstellung: John McEnroe (Shia LaBeouf) und Björn Borg (Sverrir Gudnason) spielen das Match ihres Lebens. - © Filmladen Tennis als Therapie für die inneren Dämonen, das kann - wie bei vielen anderen Sportarten auch - als Ventil gut funktionieren... weiter




Happy End

Die bourgeoise Ego-Show

Was für eine Überraschung zum Lunch: Familie Laurent erblickt einige ungebetene Gäste. - © Filmladen Zum Auftakt ein hochformatiges Handyvideo von einem Hamster, der mit Tabletten vergiftet wird. Dann die Kranperspektive auf eine Baustelle in voller... weiter




Blade Runner 2049

Nur zweimal gegähnt

Konfliktgeladene Unterhaltung in der Retro-Disco: Ryan Gosling (l.) und Harrison Ford lauschen hier (Spoiler!) sogar Elvis Presley. - © Sony Irgendwann in diesem Film beginnt das nervöse Zucken im linken Arm. Man will ihn heben, um endlich auf die Uhr zu sehen, wie lange der stoisch ruhige... weiter





Werbung



Kommentar

Lang lebe das Bim-Buch

"Jetzt neu! Das BUCH! Unbegrenzte Akkulaufzeit! Unterstützt alle Formate! Sturzresistent! Bleistiftkompatibel! Angenehmer Papiergeruch... weiter





Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Puls-4-Reporter bei FPÖ-Wahlfeier geschlagen
  2. Abgesang an das US-Mantra
  3. Mit Ignoranz für das Feine
  4. Heroischer Beethoven gleich viermal
  5. Zerbricht der Westen?
Meistkommentiert
  1. Das Hosentürl zum Ruhm
  2. Ein Ohrenstüber für die Radiohörer
  3. Menasse gewinnt den Deutschen Buchpreis
  4. zeichen?
  5. Unerfahrene Französin muss Unesco-Spaltung kitten

Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.

Quiz



Werbung



Werbung


Werbung