• vom 28.11.2015, 10:00 Uhr

Film

Update: 30.11.2015, 14:20 Uhr

Filmdreh

Hader fährt jetzt Hochschaubahn




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Von Matthias Greuling

  • Josef Hader versucht sich erstmals als Regisseur. Ein Besuch beim Dreh von "Wilde Maus" am Praterstern.

Bratpfannenattacke am Set zu "Wilde Maus". - © Katharina Sartena

Bratpfannenattacke am Set zu "Wilde Maus". © Katharina Sartena

Josef Hader im Pech: Job verloren, Auto kaputt. Da bleibt ihm nur mehr der Wiener Prater.

Josef Hader im Pech: Job verloren, Auto kaputt. Da bleibt ihm nur mehr der Wiener Prater.© Katharina Sartena Josef Hader im Pech: Job verloren, Auto kaputt. Da bleibt ihm nur mehr der Wiener Prater.© Katharina Sartena

Wien. Am Praterstern war die Maus los. Haltlos stürmt ein asiatischer Koch mitsamt schwerer eiserner Bratpfanne auf ein Auto zu. Er schlägt wie wild auf die Scheiben des Fahrzeugs ein, Glas zersplittert, Passanten bleiben stehen und drehen sich um. Die Szene gehört allerdings nicht der Polizei gemeldet, denn: "Es ist alles nur ein Film", lacht Produzent Veit Heiduschka, der an diesem Tag das Filmset zu "Wilde Maus" besucht, dem Regiedebüt von Josef Hader. Heiduschka, bekannt geworden als "Entdecker" Michael Hanekes, sagt, Hader habe ein "ganz ausgeprägtes Gespür für Filmregie, weil er Rhythmus und Tempo sehr gut versteht und auch weiß, wie er Schauspieler führen muss". Der Produzent filmt an diesem Vormittag mit einer mitgebrachten Handycam ein bisschen hinter den Kulissen mit, das Material will er dann dem Making-of-Video beisteuern.

Josef Hader ruft indes laut "Cut". Die Demolierung seines Filmfahrzeugs ist abgedreht, jetzt muss Hader selbst vor die Kamera, um in seiner Filmrolle den Schaden zu begutachten. "Die Doppelbelastung als Regisseur und Hauptdarsteller empfinde ich nicht als überraschend", verrät Hader in einer Drehpause. "Es ist genau so anstrengend, wie ich es mir gedacht habe. Es ist viel Arbeit, aber für ein Projekt, an das man vom ersten Moment an geglaubt hat, ist es auch wieder würdig, viel dafür zu arbeiten, denn man hat ja auch lang genug daran geschrieben." Der Autor Hader kennt seinen Stoff "so gut, weil man zwei Jahre daran sitzt. Dadurch bin ich jetzt beim Dreh ein Stückchen weniger überfordert. Und außerdem ist für mich all das, was einen Regisseur sonst anödet, total spannend, weil ich es ja zum ersten Mal mache."


Josef Hader spielt in "Wilde Maus" den Musikkritiker Georg, der bei einer Wiener Zeitung (nicht dieser "Wiener Zeitung") entlassen wird und sich fortan in eine überaus dramatische Abwärtsspirale aus Rachsucht und Hass begibt.

Keine zweite Chance
Gegen seinen Chefredakteur unternimmt er kleine, aber dreiste Terrorakte, im Prater mischt er bei der Renovierung einer Achterbahn (nämlich der "Wilden Maus") mit, und schließlich "wird auch Georg ein Racheopfer", sagt Hader und verweist auf den demolierten Wagen. Wie üblich bei österreichischen Produktionen ist es der einzige Wagen, der zur Zerstörung zur Verfügung steht. Doch die Szene hat zum Glück auf Anhieb funktioniert. Eine zweite Chance hätte es ohnehin nicht gegeben - das Budget ist knapp.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-27 16:20:09
Letzte nderung am 2015-11-30 14:20:05



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