• vom 02.12.2015, 21:01 Uhr

Film


Pirates of Salé

"Sie werden ihren Lebenstraum erreichen"




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Von Siobhán Geets

  • Ihr Film "Pirates of Salé" eröffnet heute, Donnerstag, das Wiener Filmfestival "this human world". Die marokkanische Regisseurin Merième Addou über die Perspektivlosigkeit junger Menschen und den Umgang mit Flüchtlingen in ihrer Heimat.

Die Möglichkeit künstlerischer Freiheit lockt viele talentierte Jugendliche.

Die Möglichkeit künstlerischer Freiheit lockt viele talentierte Jugendliche.© Redbird Production Die Möglichkeit künstlerischer Freiheit lockt viele talentierte Jugendliche.© Redbird Production

Wien. Der Film "Pirates of Salé" porträtiert vier junge Menschen in der marokkanischen Stadt Salé, die aus der Armut ausbrechen wollen. Hier, am Rande des ärmsten Slums des Landes, hat der Zirkus "Cirque Shems’y" seine Zelte aufgeschlagen. Jedes Jahr kommen Jugendliche aus der Gegend zu einem Vorsprechen; sie hoffen, sich dem Zirkus anschließen zu dürfen und so ihre Talente entfalten und ihre Zukunft gestalten zu können. Heute, Donnerstag, feiert die Dokumentation ihre Premiere bei den internationalen Filmtagen "this human world" im Wiener Gartenbaukino. Die "Wiener Zeitung" sprach vorab mit der Regisseurin Merième Addou.

"Wiener Zeitung": In Ihrem Film sehen wir Jugendliche, die durch die Arbeit im Zirkus eine Zukunftsperspektive erhalten. Ein Mädchen lebte gar auf der Straße, bevor sie sich dem Cirque Shems’y anschloss. Was ist mit jenen, die diese Chance nicht bekommen?

Information

This Human World: Mit dem Film "Pirates of Salé" wird heute, Donnerstag, um 20 Uhr im Wiener Gartenbaukino das Filmfestival "this human world" eröffnet, bei dem die "Wiener Zeitung" ein Medienpartner ist. Das Festival, das eine Brücke zwischen Filmschaffen und Menschenrechten schlägt, zeigt bis 11. Dezember in fünf Wiener Kinos (Top, Schikaneder, Filmcasino, Brunnenpassage, Gartenbau) mehr als 70 Spiel- und Dokumentarfilme. Es setzt dabei verschiedene Schwerpunkte. "this human poverty" beschäftigt sich mit Armut und blickt dabei auch auf ein Europa, in dem Menschen zusehends verelenden, "this human track" wiederum hat das Thema Flucht zum Inhalt, um nur zwei Schwerpunkte zu nennen. Umrahmt wird das Programm von Diskussionen, Publikumsgesprächen und Workshops.
www.thishumanworld.com

Merième Addou war als freie Produzentin unter anderem für BBC, Qatar TV und Cannel 4 tätig. Sie lebt und arbeitet als freie Korrespondentin in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. "Pirates of Salé" ist ihre erste abendfüllende Regiearbeit.


Merième Addou: Die Zirkusschule ist Teil eines Jugendprojektes, aber lange nicht das einzige. Das Mädchen von der Straße war die Ausnahme - andere führten ein normales Leben mit ihren Familien. Ich habe aus dem Film Folgendes gelernt: Wenn man Menschen eine Chance gibt, dann nehmen sie sie an und machen das Beste daraus. Sie werden ihren Lebenstraum erreichen.

Was ist die größte Herausforderung für junge Menschen in Marokko?

Dass vielen die Möglichkeiten fehlen. Sie verlassen früh die Schule, finden keinen Job und haben dann keine Perspektiven im Leben. Es ist ein täglicher Kampf.

Führt die Perspektivlosigkeit Jugendlicher in Marokko dazu, dass sie sich leichter radikalisieren?

Radikalisierung ist ein komplizierter Prozess. Nicht jeder, der keine Zukunft sieht, radikalisiert sich. Es gibt dafür nie nur eine, sondern immer viele Ursachen. Armut spielt eine Rolle, kein Zugang zu Bildung. Die Attentäter der Terroranschläge von Casablanca 2003 stammten aus sehr armen Gegenden. Das heißt aber nicht, dass sich jeder aus diesen Regionen in die Luft sprengen will. Es stimmt aber, dass es leichter ist, arme Menschen zu radikalisieren.

Marokko hält Flüchtlinge auf, die in die EU einreisen wollen. Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen?

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-12-02 17:26:07
Letzte ńnderung am 2015-12-02 17:41:51



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