• vom 17.12.2015, 17:35 Uhr

Film


Star Wars

Leia schmachtet jetzt im MAK




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Von Christoph Irrgeher

  • Rechtzeitig zum Filmstart von "Star Wars - Episode VII" landet das Marketing-Imperium von George Lucas mit einer Ausstellung in Wien. Zuvorderst an Kinder gerichtet, begeistern die Reliquien aus der Originaltrilogie freilich auch die Zielgruppe 30plus.

Die dunkle Seite ruft: Darth Vader, düsteres Glanzlicht am Ende der "Star-Wars"-Schau.

Die dunkle Seite ruft: Darth Vader, düsteres Glanzlicht am Ende der "Star-Wars"-Schau.© Lucasfilm Die dunkle Seite ruft: Darth Vader, düsteres Glanzlicht am Ende der "Star-Wars"-Schau.© Lucasfilm

Wer Stefan Sagmeister ist, dürfte "Star Wars"-Fans bisher eher unbekannt gewesen sein. Sollten sich die Freunde von Luke und Leia dieser Tage aber zum Besuch jener Wanderausstellung entschließen, die den Filmstart von "Episode VII" flankiert, werden sie zu der Erkenntnis gelangen: Sagmeister ist ein Schnäppchen. Während die "Star Wars"-Schau im MAK (zu begehen über den Seiteneingang Weiskirchnerstraße) pro Erwachsenen 21,95 Euro kostet und auch Kinderaugen nicht gerade wohlfeil zum Leuchten bringt (15,95 Euro!), schlägt Sagmeisters im gleichen Haus untergebrachte "Happy Show" mit 9,90 Euro pro Kopf zu Buche und ist für den Nachwuchs gar gratis zu inspizieren.

Aber so war das seit jeher im "Star Wars"-Kosmos: Als sich George Lucas, zu Beginn der Filmreihe in den späten 70ern, mit einer niedrigen Regiegage beschied und dafür alle Verwertungsrechte vorbehielt, wusste er, was er tat. Seither hat das "Star Wars"-Mastermind den globalen Märkten nicht nur fünf weitere Filmabenteuer vom Kampf der guten Jedi-Ritter gegen die sinistren Sith-Lords beschert, sondern vor allem einen Warenstrom der Frühstücksflocken, Joghurts, Plastikfiguren, Bettbezüge, Bücher, Spiele und dergleichen mehr. Die dunkle Seite der Macht, sie schreibt halt keine roten Zahlen. Diese Erkenntnis dämmert einem spätestens dieser Tage, da die Merchandising-Maschinerie zu imperialen Dimensionen aufgequollen ist.


Komischer Brückenschlag
Insofern hatte ein Versprecher am Donnerstag, bei der Ausstellungseröffnung, durchaus seinen Witz. 38 Jahre nach dem ersten "Star Wars"-Film, so erklärte Laela French, die Leiterin der Lucasfilm-Archive in Kalifornien, gelte es, ein neues Publikum für die Reihe zu begeistern - wobei ihr statt "excite" fast das Wort "exaggerate", also "übertreiben", ausgekommen wäre. Auch die Geleitworte von Christoph Thun-Hohenstein, Chef des ansonsten für seriöse Hochkultur reservierten Hauses, entbehrten nicht einer gewissen Komik. Das MAK, so bemühte er sich um einen Brückenschlag hin zum reichen Ausstellungsflächenmieter aus Übersee, habe sich ja seit jeher mit der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft auseinandergesetzt. Dass Thun-Hohenstein dabei zu PR-Zwecken von zwei Sturmtrupplern flankiert war - also jenen roboterhaften Soldaten, die im Sold der bösen Sith-Lords stehen -, dürfte er in diesem Moment vergessen haben. Nein - an eine Umwandlung der Republik Österreich in das Erste Galaktische Imperium unter der Führung von Darth Sidious und Darth Vader hat der honorige Museumsdirektor wohl eher nicht gegangen.

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Dokument erstellt am 2015-12-17 17:38:04



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