• vom 21.04.2017, 16:32 Uhr

Film


The Founder

Burger, Pommes, Cola




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias Greuling

  • Ein neuer Film erzählt von den Anfängen von McDonald’s. Der Konzern ist heute Seismograph für den Zustand des Kapitalismus.

Ray Kroc (Michael Keaton, Mitte) hat McDonald’s zwar weder erfunden noch gegründet, aber ab 1954 richtig groß gemacht. Der Kinofilm "The Founder" zeigt, wie. - © Einhorn Film

Ray Kroc (Michael Keaton, Mitte) hat McDonald’s zwar weder erfunden noch gegründet, aber ab 1954 richtig groß gemacht. Der Kinofilm "The Founder" zeigt, wie. © Einhorn Film

Die einfachen Ideen sind immer die besten. Zum Beispiel, seinen Burger, seine Pommes und sein Cola in nur 30 Sekunden nach der Bestellung im Papiersackerl mitzunehmen, dafür rund 50 Cent zu bezahlen und reinzubeißen, ohne Besteck und ohne Geschirr. Ein köstliches Geschmackserlebnis, danach den Müll ab in den Kübel.

Dieses Schnell-Essen war in den USA der 1950er Jahre noch sehr wenig verbreitet. Nur die Brüder Richard und Maurice McDonald hatten erkannt, dass man in der gleichen Zeit mehr Burger verkaufen kann, wenn die Zubereitungsprozesse optimiert werden. Mit Kreidestrichen auf einem Tennisplatz erprobten sie die visionäre Küche der Zukunft: Wer und was muss wo stehen, damit man einander nicht auf die Füße steigt, sondern in Akkordzeit Burger brutzeln kann. Und zwar Burger erster Qualität, American Beef only!


"Das klingt nach Amerika!"
In John Lee Hancocks "The Founder" (derzeit im Kino) bekommt der Milkshakemaschinenverkäufer Ray Kroc (Michael Keaton) so richtig Appetit, als er bei McDonald’s Hamburgers in San Bernardino, Kalifornien, vorbeischaut. Die beiden Brüder stehen selbst in diesem Restaurant neuen Typs und kontrollieren jeden Burger persönlich. Qualitätskontrolle, das ist das A & O bei McDonald’s gewesen, und das eigens entwickelte "Speedee Service System" der Zubereitung beeindruckt nicht nur Kroc, sondern auch die täglich wachsende Kundschaft.

Kroc schlägt den Brüdern vor, das genial einfache Konzept in Form von Franchise-Restaurants landesweit bekannt zu machen. Die Brüder willigen skeptisch ein, und bald gibt es Probleme: Zwar sperren immer mehr der von Maurice McDonald entworfenen, futuristischen McDonald’s-Filialen auf, die durch zwei gelbe Bögen gekennzeichnet sind, aber die Qualität lässt zu wünschen übrig. Niemand achtet auf die Sauberkeit, eines der wichtigsten Kriterien für die McDonald’s-Brüder. Und Hendl im Angebot, das passt ihnen damals auch noch nicht ins Konzept. Burger, Pommes, Cola. Das war’s.

Kroc wird selbst der erste Franchise-Nehmer, aber erst mit der Zeit realisiert er, wie McDonald’s wirklich zu einer nationalen, ja, internationalen Marke werden kann: Die Company muss das Land, auf dem die Restaurants stehen, selbst ankaufen und dann an die Franchise-Nehmer vermieten - McDonald’s ist heute mit seinen rund 37.000 Filialen weltweit einer der größten Player am Immobiliensektor. Die Burger sind da fast nur noch Nebenerwerb.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-21 16:36:14



Film

Götterdämmerung

Ein bisschen mehr als Zufall im Biogemisch sollte es doch sein für die Menschheit. Wir fühlen uns zu Höherem berufen, weil wir uns weigern... weiter




HellorHighWater

Früchte des Cowboy-Zorns

Geld muss her: Ben Foster und Chris Pine. - © Parkcircus/cbsfilms "Come hell or high water" ist eine Redensart, etwa "Komme, was da wolle". Das trifft auch für die Brüder Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) zu... weiter




Rückkehr nach Montauk

Im Dauertrauermodus

Nina Hoss und Stellan Skarsgård glücklich am Strand. - © Filmladen Man hätte sich - in Zeiten wie diesen - vielleicht einen Film mit mehr gesellschaftspolitischer Relevanz von jemandem wie Volker Schlöndorff erwartet... weiter





Werbung



Meinung

Cannes’ kuriose Angst vor Netflix

Cannes ist nicht umsonst eines der renommiertesten Filmfestivals der Welt. Wem hier die Goldene Palme wedelt, der darf in Folge dieses Ritterschlages... weiter





Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die das Happy End vereiteln
  2. Gesetze für digitale Medien
  3. Sex mit Unterwäsche
  4. Hochamt der Opernherzen
  5. Optimismus als letzter Anker
Meistkommentiert
  1. "Saufen und Kiffen auf Kosten der Steuerzahler"
  2. Sex mit Unterwäsche
  3. Föderl-Schmid nimmt den Hut
  4. Sechzig Zigaretten später
  5. "Das ist wie Mobbing"

Monica Bellucci war die Gastgeberin beim Auftakt des Festivals: Eine ehrenvolle Rolle, bei der man durch den Gala-Abend führt. Entsprechend chiczeigte sich die inzwischen 52-Jährige.

Fesselndes am letzten Wochenende in Krems: "Durational Rope" von Quarto brachten Seile unter anderem zum Tanzen. Blixa Bargeld und eines seiner Instrumente.

Regisseur Wolfgang Murnberger (l.) mit Josef Hader ("Wilde Maus") und Schauspieler-Kollegin Pia Hierzegger. Mary Wollstonecraft (1759 - 1797) gilt als die erste Feministin Englands. Das bekannteste Werk der Schriftstellerin, Übersetzerin und Philosophin, "A vindication of the rights of woman" ("Verteidigung der Rechte der Frau") tritt für eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.

Quiz



Werbung



Werbung