• vom 18.08.2017, 16:31 Uhr

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Viennale-Chef für kurze Zeit




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  • Franz Schwartz, ehemaliger Leiter des Stadtkinos, übernimmt interimistisch die Leitung der Viennale.

Franz Schwartz leitet die diesjährige Viennale.

Franz Schwartz leitet die diesjährige Viennale.© Viennale Franz Schwartz leitet die diesjährige Viennale.© Viennale

(greu) Der überraschende Tod von Viennale-Chef Hans Hurch im Juli hat beim Wiener Filmfestival große Bestürzung ausgelöst und die Frage nach einem Nachfolger erst einmal hintangestellt - zu groß war der Schock. Hurchs Vertrag, wäre bis 2018 gelaufen, jetzt hat die Viennale mit Franz Schwartz einen interimistischen Leiter bestellt, der die heurige Festivalausgabe (19. Oktober bis 2. November) begleiten wird, und zwar "ganz im Sinne von Hans Hurch". Der ehemalige Gründer und Leiter des Wiener Stadtkinos, das er bis 2008 führte, wird sich nach dem Festival wieder aus der leitenden Funktion zurückziehen, wie er im Gespräch bestätigt: "Ich werde mich nicht selbst bewerben, sondern mache dieses Festival nur einmalig."

Schwartz, der selbst dem Viennale-Komitee angehört, das später auch eine neue künstlerische Leitung bestimmen wird, wird bis zur Bestellung dieses neuen Direktors zu Beginn des kommenden Jahres zur Verfügung stehen. Unmittelbar nach Ende des Festivals soll die Leitungsfunktion dann international ausgeschrieben werden.


"Als man mich gefragt hat, ob ich die Viennale interimistisch übernehmen will, da gab es für mich in dieser Situation gar keine Möglichkeit, Nein zu sagen", erzählt Schwartz, der mit Hans Hurch eng befreundet gewesen ist. "Wäre der Hans nicht so überraschend gestorben, sondern wäre er auf dem Totenbett gelegen, dann hätte er zu mir gesagt: Bitte mach es zu Ende", umreißt Schwartz die Nähe, die er zum verstorbenen Viennale-Chef hatte. "Mir war klar, ich habe keine Alternative. Ich muss es tun."

Hommage an Hurch
Derzeit macht sich Schwartz mit der bereits getätigten Filmauswahl Hurchs vertraut. "Rund 70 Prozent des Programms für die kommende Viennale sind schon fix, und den Rest, zum Beispiel beim Festival von Venedig, werde ich ganz in seinem Sinne auswählen. Dank des hervorragenden Teams der Viennale, das mir genau verrät, wie Hans gedacht hat, werde ich da keine groben Fehler machen, da bin ich sicher."

Schwartz, der sich seit seiner Pensionierung 2009 verstärkt seiner Untertitel-Produktionsfirma Titra-Film widmet, kündigte bereits an, dass die Viennale eine 14 Filme umfassende Hommage an Hans Hurch ins Programm aufnehmen wird, die von internationalen Freunden des Festivals zusammengestellt wurde.

Für die Zukunft der Viennale wünscht sich Schwartz eine "unbedingte Fortführung des Spirits dieses Festivals. Es soll ganz ähnlich bleiben: Einer soll die Entscheidungen treffen und mit seiner Existenz haften. So hat Hurch die Viennale groß gemacht."




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Dokument erstellt am 2017-08-18 16:36:06



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