• vom 28.09.2017, 16:31 Uhr

Film

Update: 28.09.2017, 18:01 Uhr

Kino

"Mit Herzklopfen ins Filmmuseum"




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Loebenstein: Das ist einer der Gründe, warum ich so froh bin, wieder in Österreich zu sein. Ein Merkmal der Kulturnation Österreich ist, dass die Stimmen von Kulturschaffenden und Wissenschaftern Gewicht haben und gehört werden, wenn es um Fragen der Gesellschaft und Kulturpolitik geht.

Horwath: Man muss sich auch als Repräsentant einer Öffentlichkeit verstehen. Wir sind der Gesellschaft verpflichtet, aber genauso auch dem Film. Zum Kulturmanager werde ich, wenn es um die Verwendung des Budgets und die maximale Transparenz unseres Tätigkeit geht.

Was muss ein solcher Kulturmanager noch können?

Loebenstein: Als Kulturmanager sollte man daran gemessen werden, ob man Haltung hat, ohne borniert oder engstirnig zu werden und ob man Fördermittel effizient und transparent einsetzt.

Herr Horwath, Sie haben mit der Co-Moderation der jährlichen Oscar-Nacht auch Kompetenz in eine an sich breitenwirksame Show gebracht. Wie wichtig ist es, dass eine Institution wie das Filmmuseum inhaltlich in die Breite geht, um neue Zuschauer anzulocken?

Horwath: Die Kräfte der so genannten Unterhaltung sind genauso legitim wie jene des Wissens, das sind keine Gegensätze. Ich habe kein Problem damit, dass mich der ORF zu diesen Kommentierungen einlädt, da mein Interesse ja auch dem aktuellen Filmschaffen gilt. Wenn man danach strebt, dass Menschen, die unsere Kultur wahrnehmen, auch Sichtweisen kennenlernen, wie sie das Filmmuseum einnimmt, dann tragen auch Oscar-Sendungen dazu bei. Es geht einfach darum, dass sich die Bürger und ihre Museen auf Augenhöhe begegnen können.

Werden Sie sich in der Öffentlichkeit einbringen, Herr Loebenstein?

Loebenstein: Ich halte es, wie mein Vorgänger, für extrem wichtig, sich in öffentliche Debatten einzubringen. Ich hätte nie aus meinen Interessen und Leidenschaften eine Profession machen können, hätte es nicht Kultureinrichtungen gegeben, deren Türen für öffentliche Diskurse offen gestanden sind. Ich möchte, dass das Filmmuseum ein Ort bleibt, an dem Menschen verschiedenster Herkunft und aus den verschiedensten Interessenslagen die Möglichkeit haben, sich frei zu bewegen und Wissen zu erwerben.

Welche Herausforderungen warten auf Sie?

Loebenstein: Wir machen Vermittlungsarbeit, das ist Langzeitarbeit. Wenn alle davon sprechen, dass das Kino längst tot ist, machen wir stolz die Tür auf und sagen, unsere Ausstellungen finden auf der Leinwand statt. Da bin ich ganz klar Volksbildner und die größten Herausforderungen für uns sind, wie wir mit dieser gestiegenen Mobilität, mit dieser digitalen Zerstreuungskultur, der Segmentierung der Bevölkerung aber auch mit der stärkeren Multikulturalisierung, die wir hier gerade in Wien erleben, umgehen. Das sehe ich ganz klar als meine Aufgabe: Das Filmmuseum soll, ohne die Qualität zu opfern und ohne, dass man von den Grundprinzipien dieses Hauses abweicht, ein inklusiver und offener und im besten Sinne tatsächlich ein demokratischer Ort sein.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-28 16:36:10
Letzte ─nderung am 2017-09-28 18:01:27



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