
Auch Michelle Williams hat für die "Vogue" als Marilyn Monroe posiert. Sie spielt sie im Film "My Week with Marilyn", der kommende Woche in unsere Kinos kommt. Er basiert auf einem Tagebuch von Colin Clark, der als Regie-Assistent bei den Dreharbeiten von "Der Prinz und die Tänzerin" mit Lawrence Olivier und der Monroe arbeitete. In seinen mitnichten empfehlenswerten Aufzeichnungen erzählt er, wie sich der Superstar den Laufburschen als Vertrauten auserkor. Fantasie spielt in diesem "Tatsachen"-Roman wohl eine große Rolle. Denn falls sich Marilyn Monroe die betuliche Küchenpsychologie, die ihr der 23-Jährige vorschwadroniert, wirklich angehört hat, muss sie geduldiger gewesen sein, als man sie gemeinhin einschätzt. Die Albernheit gipfelt in einer Nacht, in der sich Marilyn Monroe in Löffelchenstellung an den klugscheißenden Burschen schmiegt.
Leben im grotesken Porno
Psychologisierung ist aber sowieso das liebste Hobby der Monroe-Verwerter. Der Franzose Michel Schneider hat gleich einen ganzen Roman dazu geschrieben: "Marilyns letzte Sitzung" beschäftigt sich mit der fatalen Beziehung zu ihrem letzten Psychiater Ralph Greenson. Er sah sie als Letzter vor ihrem Tod und fand sie als Erster nach ihrem Tod. Im besten Roman über den Filmstar kommt der Name Marilyn Monroe allerdings so gut wie nicht vor: Joyce Carol Oates hat ihrem Buch "Blond" eine Notiz vorangestellt, dass es sich um keine Biografie handelt, sondern um eine Annäherung. Und sie kommt der Figur mit diesem vielstimmigen, grotesk-spannenden und streckenweise pornografischen Text näher als die meisten: Das ewig gleiche Bild der archetypischen Blonden - man sieht es, aber wie in einem zerbrochenen Spiegel.
Im Juni wird Marilyn Monroe nun endlich zur Opernheldin, in Amsterdam - wird auch Zeit, immerhin hat ihre Epigonin Anna Nicole Smith das längst hinter sich. Also ist die Idee mit dem Musical gar nicht so abwegig. So einen Versuch gab es auch schon - allerdings ein Riesenflop.
Und die App mit Marilyns fliegendem Kleid? Die ist leider eine Erfindung.
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